Schweiz
Prämien für Spital-Zusatzversicherung stagnieren
In den nächsten Wochen flattern die Briefe mit den neuen Krankenkassenprämien ins Haus – auch jene für Spital-Zusatzversicherungen. Diese bleiben gleich, obwohl sie rechnerisch eigentlich sinken müssten.
Wer eine Spitalzusatzversicherung hat, darf sich auch für nächstes Jahr nicht auf eine Prämienreduktion freuen. Und dies, obwohl die Krankenkassen weniger an die Spitalkosten zahlen müssen und die Prämien deshalb eigentlich senken sollten.
Der Grund ist die neue Spitalfinanzierung: Seit Anfang Jahr werden die Krankenkassen bei den Spitalkosten entlastet, die Kantone müssen dafür mehr bezahlen.
Freiwillige Vergünstigung
Die Stiftung für Konsumentenschutz fordert deshalb, dass die Prämien für die Spitalzusatzversicherungen deshalb sinken. Eine Umfrage des Internet-Vergleichdienstes Comparis zeigt aber: Sie tun es nicht.
Von über 20 angefragten Kassen senkt gerade eine Kasse die bestehenden Prämien auf Privat- und Halbprivat-Spitalversicherungen. Eine andere gibt eine freiwillige Vergünstigung weiter. Die allermeisten Krankenkassen begründen ihre Zurückhaltung mit der unsicheren Entwicklung der Spitalkosten.
Analog argumentiert auch Tarifsuisse, die Organisation für Tariffragen auf Krankenversicherer-Seite, im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin «ECO». «Es ist nicht nur die Fallpauschale, die eine Rolle spielt, ob die Prämien rauf- oder runtergehen», führt Tarifsuisse-Geschäftsführerin Verena Nold aus, «sondern auch die Zusatzfinanzierungs-Mechanismen, die dazugekommen sind.»
Man wisse noch nicht, wie sich die Kosten in der Grundversicherung entwickelten, sagte Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte von Comparis zu dieser Zurückhaltung der Kassen. «Die meisten Fallpauschalpreise sind nicht genehmigt.» Eine Fallpauschale ist der Betrag, den ein Spital für eine Behandlung erhält. Über die Höhe wird immer noch gestritten.
Träger Markt
Dies sei aber nur die halbe Wahrheit, ist Krankenkassen-Experte Schneuwly überzeugt. Die Zusatzversicherungen seien im Gegensatz zur Grundversicherung ein träger Markt.
Gerade für ältere Versicherte sei es schwierig, die Zusatzversicherung zu wechseln. Der Grund: Krankenkassen haben bei älteren und kranken Menschen oft Vorbehalte oder nehmen sie gar nicht auf. Wegen diesen hohen Wechselhürden fehlt laut Comparis auch der Druck, möglichst günstige Prämien anzubieten.







