Energiepolitik
WWF will Gaskraftwerk im Seeland verhindern
Bis 2020 soll in der Schweiz ein neues Gaskombikraftwerk entstehen. Bereits liegen zwei Gesuche auf dem Tisch – eines für den Standort Cornaux (NE), eines für Vouvry (VS). Umweltschützer wehren sich.
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Die Umweltorganisation WWF hat Einsprache gegen den geplanten Bau des Gaskraftwerks in Cornaux im Kanton Neuenburg eingelegt. Das Projekt des Westschweizer Energiekonzerns Groupe E widerspreche den Klimazielen der Schweiz, sagte ein Sprecher des WWF.
Nach Ansicht des WWF sind die jährlich rund 700'000 Tonnen CO2, die das Gaskraftwerk Cornaux pro Jahr ausstossen würde, zu viel. «Ein solches Kraftwerk ist mit einer verantwortungsbewussten Klimapolitik nicht vereinbar», sagte der Sprecher.
Er kritisierte zudem, dass nicht klar sei, wie der CO2-Ausstoss des Werkes kompensiert werden solle. Alle angekündigten Massnahmen der Betreiberin Groupe E befänden sich erst im Stadium einer Machbarkeitsstudie. Der WWF kritisiert, dass bisher noch keiner der gesetzlich verlangten CO2-Kompensationsverträge abgeschlossen worden sei.
Neues Gesetz ab 2013
Das geltende Gesetz schreibt vor, dass 70 Prozent der CO2-Emission im Inland kompensiert werden müssen. Ab 2013 gilt ein neues CO2-Gesetz, das 50 Prozent Kompensation im Inland vorsieht.
Der Energiekonzern Groupe E hatte das Baubewilligungsgesuch für das Gaskombikraftwerk in Cornaux NE im vergangenen Mai eingereicht. Die Einsprachefrist lief Ende September ab.
Das rund 450 Millionen Franken teure Erdgaskombikraftwerk soll 2017 oder 2018 in Betrieb genommen werden und Strom für 500'000 Personen produzieren. Eine kommerzielle Nutzung soll 2019 oder 2020 möglich sein. Das Kraftwerk wird sowohl Elektrizität als auch Wärme produzieren.
Gesuch für insgesamt zwei Gaskraftwerke
Die Energiestrategie des Bundes sieht bis 2020 den Bau von einem neuen Gaskombikraftwerk in der Schweiz vor, bis 2050 sollen dann vier bis sechs weitere gebaut werden. Bereits jetzt liegen aber das Baugesuch für ein weiteres solches Kraftwerk vor – in Vouvry im Wallis. Die Pläne dafür sind bereits fortgeschritten.
Die Betreiberin des geplanten Werkes und das Bundesamt für Umwelt einigten sich vergangene Woche nach mehrjährigen Verhandlungen auf die Bedingungen zur Kompensation des CO2-Ausstosses. Dort sollen ab 2013 50 Prozent der Emissionen direkt in der Schweiz kompensiert werden.
(sda/krua; buev)







