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International

Pakistan verschleppt «Blasphemie-Fall»

Montag, 1. Oktober 2012, 13:18 Uhr

Trotz entlastender Aussagen der Polizei zieht sich das Blasphemie-Verfahren gegen eine junge Christin in Pakistan weiter hin. Das Gericht in Islamabad will erst in zwei Wochen entscheiden, ob das Verfahren gegen das geistig zurückgebliebene Mädchen aus Mangel an Beweisen eingestellt werden soll.

Bild Sicherheitskräfte führen das verschleierte Mädchen von einem Hubschrauber weg.
Von Sicherheitskräften begleitet wurde das Mädchen nach seiner Freilassung vor drei Wochen an einen bisher unbekannten Aufenthaltsort gebracht. reuters/archiv

Zuvor hatte der Anwalt eines muslimischen Nachbarn von Rimshas Familie – der die etwa 14 Jahre alte Jugendliche wegen Gotteslästerung angezeigt hatte – um mehr Zeit für seine Vorbereitungen gebeten. Die Polizei hatte vor zwei Wochen Unterlagen vorgelegt, wonach keine Beweise für die Vorwürfe gefunden wurden.

Die Ermittler belasteten stattdessen einen Imam, der Rimsha beschädigte Koranseiten in die Tasche geschmuggelt haben soll. Er wurde festgenommen.

Proteste muslimischer Kleriker

Rimsha war Mitte August in Islamabad festgenommen und drei Wochen lang in ein Gefängnis gesperrt worden, bevor sie auf Kaution freikam. Sie und ihre Familie halten sich an einem unbekannten Ort auf. Die Festnahme Rimshas hatte international, aber auch unter muslimischen Klerikern in Pakistan für Proteste gesorgt.

Der nächste Gerichtstermin in dem Fall wurde auf den 17. Oktober verschoben.

(sda/dpa/maiu; muei)