Krise im Euro-Land
Griechenland: Troika fordert mehr Details
Nur etwa 35 Minuten hat das Treffen der Troika-Geldgeber mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras gedauert. Konkrete Ergebnisse gab es nicht. Die Verhandlungen um das milliardenschwere Sparprogramm sind hart.
«Sie (die Troika) wollen einige Erläuterungen des (Spar-)Programms, das wir ihnen präsentiert haben», sagte der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras nach dem Treffen. «Wir werden uns wiedertreffen.»
Griechenlands internationale Geldgeber verlangten nach Angaben der Regierung in Athen mehr Details über das geplante Sparpaket. «Es werden Diskussionen über die Massnahmen geführt», sagte Finanzminister Yannis Stournaras.
Die Geldgeber-Troika – Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) – begutachten in Athen den Fortschritt der derzeitigen Sparbemühungen.
Athen muss knapp 12 Milliarden Euro sparen. Es könnten aber auch 14,5 Milliarden Euro sein – davon sprechen griechische Medien. Eine Alternative gibt es nicht.
Athen kämpft um seinen Reform-Weg
Im Finanzministerium zeigte man sich zuvor besorgt, dass es erneut Meinungsverschiedenheiten und demnach auch Verspätungen geben könnte. Einer der wichtigsten Streitpunkte sei, dass die Troika auf eine sofortige Entlassung von 15‘000 Staatsangestellten poche. Athen dagegen plant eine Art Frühpension für die Betroffenen.
Griechenlands Wirtschaft schrumpft weiter
Die Euro-Schuldenkrise schlägt voll auf den Arbeitsmarkt durch. Im August waren so viele Menschen wie noch nie seit Einführung des Euro ohne Job.
In Griechenland ist inzwischen fast jeder Vierte arbeitslos. Lesen Sie mehr dazu hier.
Nach Ansicht der Regierung in Athen schrumpft die Wirtschaft auch 2013 – zum sechsten Mal in Folge. Der Haushaltsentwurf für 2013 gehe von einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 3,8 bis 4,0 Prozent aus, sagte ein Regierungsvertreter.
Laut Entwurf sollen grosse Teile der für die nächsten zwei Jahre geplanten Kürzungen über 11,5 Milliarden Euro vorneweg gestellt werden. Dies betrifft vor allem Pensionen und Sozialleistungen.
Ein positiver Troika-Bericht ist Voraussetzung für die Auszahlung einer nächsten Hilfstranche an Griechenland von 31,5 Milliarden Euro.
Ministerpräsident Samaras will von den Geldgebern so schnell wie möglich grünes Licht und das Programm vom Parlament in Athen billigen lassen. Er wolle dann mit dem verabschiedeten Sparprogramm zum EU-Gipfel am 18. und 19. Oktober nach Brüssel reisen, vermeldeten griechische Medien.
Die Regierung in Athen hatte sich Donnerstag grundsätzlich auf ein knapp zwölf Milliarden Euro schweres Sparprogramm geeinigt.
Geld fliesst – Angst vor Konsequenzen zu gross
Trotz neuer Milliardenlöcher und schleppender Reformen soll Griechenland die nächste Kredit-Tranche von 31 Milliarden Euro erhalten. Ein EU-Diplomat erklärte: «Die Angst vor einem Dominoeffekt ist zu gross.» Lesen Sie dazu mehr hier.
(dpa/reuters/schubeca; from)



