Krise im Euro-Land
Arbeitslosigkeit in der Eurozone erreicht neue Rekordmarke
Noch nie seit der Gründung der Eurozone waren dort so viele Menschen ohne Arbeit wie im vergangenen August: Die Behörden in den 17 Staaten der Währungsunion registrierten mehr als 18 Millionen Menschen ohne Arbeit. Aussicht auf Besserung gibt es nicht.
Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat legte die Zahl der Arbeitslosen im August noch einmal um 34'000 im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Drastischer fällt der Vergleich zum Vorjahresmonat aus: Gegenüber dem August 2011 stieg die Zahl der Menschen ohne bezahlte Arbeit um rund 2,1 Millionen.
Quote verharrt auf Rekordmarke
Insgesamt waren bei den Arbeitsämtern der 17 Mitgliedsstaaten der Eurozone 18,2 Millionen Menschen als arbeitslos registriert. Einen höheren Wert hat es seit der Einführung der gemeinsamen Währung im Jahr 1999 noch nicht gegeben. Die Arbeitslosenquote lag wie schon in den beiden Vormonaten auf dem Rekordwert von 11,4 Prozent.
Experten rechnen derzeit nicht mit einer Entspannung in der rezessionsgeplagten Eurozone. Die Unternehmensberatung Ernst & Young schliesst nicht aus, dass die Zahl der Arbeitslosen bis Anfang 2014 über die Marke von 19 Millionen und die Quote auf zwölf Prozent steigen. «In einem schwierigen Umfeld werden die Unternehmen ihre Belegschaft voraussichtlich weiter abbauen, um Produktivität und Profitabilität zu erhalten», heisst es in der Studie.
Die Arbeitslosigkeit in der Eurozone steigt seit mehr als einem Jahr stetig. Besonders angespannt ist die Lage in den südeuropäischen Krisenländern Spanien, Griechenland, Portugal und Zypern. Auftragsverluste, Firmenpleiten und Entlassungen belasten dort den Arbeitsmarkt. In Spanien ist etwa jeder Vierte ohne bezahlte Arbeit, in Griechenland ebenso.
Nur wenig besser sieht die Lage aus, betrachtet man die EU als Ganzes. In den 27 Mitgliedsstaaten waren im August 25,5 Millionen Menschen ohne Job – das entsprach einer Quote von 10,5 Prozent. Besonders betroffen sind Jugendliche: 5,5 Millionen junge Menschen unter 25 Jahren waren in der EU ohne Arbeit – eine Quote von 22,7 (Euro-Raum: 22,8) Prozent.
(agenturen/krua; buet)



