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Schweiz

Aussenpolitik mit Schweizer Auslandschulen

Sonntag, 30. September 2012, 10:49 Uhr

Die Schweizer Schulen im Ausland sollen als Teil der Schweizer Präsenz gestärkt werden. Der Bundesrat will deshalb die gesetzlichen Auflagen für diese Schulen lockern. Betroffene Organisationen und Parteien begrüssen das mehrheitlich.

Bild Schüler gehen an Kantonswappen in einem Gang vorbei.
Der Bundesrat erhofft sich mit der Stärkung von Schweizer Schulen im Ausland – wie hier im brasilianischen Sao Paulo – mehr Aufmerksamkeit. keystone/archiv

Der Bundesrat will den Schulen eine grössere betriebliche Flexibilität und eine höhere Eigenfinanzierung ermöglichen. So soll den Schulen kein Minimalanteil an Schweizer Schülern mehr vorgeschrieben werden. Die Subventionen sollen sich vielmehr nach der Gesamtschülerzahl richten.

Paradigmenwechsel

Davon verspricht sich der Bund Einsparungen zugunsten neuer Fördermöglichkeiten. Vorgesehen sind zum Beispiel Finanzhilfen für die Gründung neuer Schulen an Standorten, die für die schweizerische Aussenpolitik wichtig sind.

Dass die aussenpolitische Bedeutung der Schweizer Schulen erhöht werden soll, wird in der dieser Tage zu Ende gehenden Vernehmlassung zur Revision des Auslandschweizer-Ausbildungsgesetzes mehrheitlich begrüsst. Der Paradigmenwechsel äussert sich auch im geplanten neuen Titel des Gesetzes: Bundesgesetz über die Präsenz schweizerischer Bildung im Ausland. Auslandschweizer-Organisation begrüsst Änderungen

Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) begrüsst es «lebhaft», dass der Bund künftig Schulgründungen an aussenpolitisch bedeutsamen Standorten finanziell unterstützen könnte. Die Schulen leisteten einen substanziellen Beitrag zur Imagepflege der Schweiz. Sie seien ein Schaufenster des Bildungsplatzes Schweiz.

Grosse Übereinstimmung

Die ASO begrüsst auch den Einbezug der schweizerischen dualen Berufsbildung sowie eine verstärkte internationale Zusammenarbeit im Bildungsbereich. Die Schulen seien ideale Plattformen der schweizerischen Präsenz im Ausland.

In weitgehend ähnlichem Sinn äussert sich der Verein Educationsuisse, welcher die Interessen der Schweizer Schulen im Ausland vertritt. Die Akzentuierung der aussenpolitischen Bedeutung der Schulen hält er für zwingend. 20 Millionen Franken pro Jahr

Unter den Parteien wird die Gesetzesrevision ebenfalls mehrheitlich begrüsst. Nur die SVP lehnt den Revisionsentwurf ab. Sie stösst sich daran, dass der Fokus neu auf die Präsenz der Schweiz im Ausland gelegt wird. Sie möchte, dass die Förderung der Ausbildung junger Auslandschweizer Zentrum bleibt.

Schulen sind privat

Heute unterstützt der Bund weltweit 18 Schweizerschulen im Ausland mit einem jährlichen Kredit von 20 Millionen Franken; neu steht ein Vierjahres-Rhythmus zur Diskussion.

Die Schweizerschulen sind private Bildungseinrichtungen, die von Schweizer Schulvereinen mit einem ehrenamtlichen Vorstand (Schulkomitee) getragen werden. Mit der Revision setzt der Bundesrat eine Motion der nationalrätlichen Bildungskommission um.

(sda/horm; frua)