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Syrien: Erneut heftige Kämpfe in Aleppo
Bei den Gefechten um die syrische Metropole Aleppo hat die Armee nach Angaben der Opposition mehrere Stadtteile beschossen. Erneut starben mehrere Menschen, darunter auch Zivilisten. Derweil gibt es Berichte über ein Massaker bei Homs, das die Rebellen verübt haben sollen.
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In der Nacht lieferten sich Rebellen und Soldaten in der Provinz Aleppo heftige Kämpfe, hauptsächlich am Militärflughafen al-Nairab. Dies meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London. In der Provinz Damaskus griffen demnach Soldaten mit Unterstützung der Luftwaffe die Ortschaft Harasta an. In Sabadani seien bei Razzien zahlreiche Einwohner festgenommen worden.
UNO-Weltkulturerbe zerstört
Kämpfe gab es auch in den Provinzen Deraa im Süden, Idlib im Nordwesten und Hama im Zentrum Syriens. In der nordöstlichen Provinz Hassaka wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle mehrere Menschen durch den Beschuss der Armee verletzt. In der Küstenstadt Banias im Nordwesten gingen Razzien und Festnahmen weiter.
In der Stadt Aleppo wurden zahlreiche Marktstände mit Holztüren im weltberühmten Basar durch ein Feuer zerstört, bestätigte ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP Angaben der Beobachtungsstelle vom Vortag. Der jahrhundertealte überdachte Basar liegt in der Altstadt, die von der UNO-Organisation für Wissenschaft, Bildung und Kultur (UNESCO) zum Weltkulturerbe erklärt wurde.
Regimegegner sollen Massaker verübt haben
Aus Armeekreisen hiess es, in der Nähe des Basars habe es schwere Zusammenstösse mit Rebellen gegeben, die seit Tagen versuchten, in das Gebiet vorzudringen. Die Rebellen hatten am Donnerstag eine Grossoffensive auf Aleppo gestartet.
In der Zwischenzeit wird von einem Massaker in einem Dorf bei Homs berichtet. Regimegegner sollen dort 17 Menschen getötet haben. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.
In einem Internet-Forum von Unterstützern von Präsident Baschar al-Assad hiess es dazu: «Die verbrecherischen Hunde der Muslimbruderschaft haben das Dorf Al-Haidarije im Umland von Al-Kusair und die dortigen Volkskomitees angegriffen». Die sogenannten Volkskomitees sind paramilitärische regimetreue Bürgerwehren. Die Regimegegner äusserten sich bislang nicht zu dem Bericht. Sie berichteten, die Regierungstruppen hätten landesweit 36 Menschen getötet. Die meisten von ihnen seien in Damaskus und Umgebung ums Leben gekommen
Türkische Kampfpiloten in Syrien exekutiert?
Zwei Piloten eines vor der syrischen Küste abgeschossenen türkischen Militärjets sollen angeblich hingerichtet worden sein. Das behauptete der Nachrichtensender Al-Arabija. Der TV-Sender beruft sich auf geheime Dokumente des Kommandos der syrischen Luftabwehr. Demnach hatten die beiden Piloten den Absturz über dem Mittelmeer überlebt. Sie sollen dann auf Geheiss der russischen Führung von den Syrern getötet worden sein. In der Türkei wurden Zweifel an der Version laut, die sich auf Informationen syrischer Oppositioneller stützt.
Der türkische Generalstab hatte nach dem Abschuss der F4-Phantom Ende Juni durch die syrische Luftabwehr erklärt, die Leichen der beiden Männer seien nach knapp zwei Wochen auf dem Meeresgrund gefunden worden. Sie lagen demnach nahe des in acht Stücke zerbrochenen Flugzeugwracks.
Die Leichen hätten in 1200 bis 1300 Metern Tiefe unbemerkt platziert werden müssen, sagte ein hoher Militär dem Sender CNN Türk. «Das ist keine sehr glaubwürdige Angelegenheit. Einmal in der Hand der Syrer ist eine solche Technik nicht möglich», sagte er. Zudem habe es nach dem Zwischenfall sofort umfangreiche Patrouillen gegeben. Er fragte: «Hätten die türkischen Seestreitkräfte eine solche Sache nicht gesehen?»
(sda/red; muei )



