International
Oppositionelle in Venezuela erschossen
In Venezuela sind vor der Präsidentenwahl zwei Oppositionspolitiker getötet worden. Auf die beiden Unterstützer von Präsidentschaftskandidat Henrique Capriles wurde aus einem Lieferwagen geschossen.
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Weder die Opposition noch die Behörden machten Angaben zu möglicher Parteizugehörigkeit und Hintergrund des flüchtigen Täters.
Der Vorfall würde noch untersucht, sagte Innenminister Tareck El Aissami. Es habe sich um einen Einzelfall gehandelt. Die Regierung versprach, die Täter vor Gericht zu bringen.
Die Opposition berichtete aber noch von einem Angriff auf einen Autokorso mit ihren Politikern, der von Chávez-Anhängern angehalten worden sein soll. Dabei soll es zwei Verletzte gegeben haben. Die Schilderung wurde aber weder von der Polizei noch von anderen Behörden des Landes bestätigt.
Anhänger von Präsident Hugo Chávez und seines Herausforderers Henrique Capriles sind jedenfalls bereits früher zusammengestossen. Es gab Schlägereien und Schiessereien. Todesfälle gab es bislang aber nicht.
Nächsten Sonntag ist Wahltag
Die Kriminalität in Venezuela, wo der Waffenbesitz weit verbreitet ist, gilt als die grösste Sorge der Bevölkerung und ist damit ein wichtiges Thema im Vorfeld der Präsidentenwahl am 7. Oktober. Selbst das Eidg. Departement für ausländische Angelegenheiten (EDA) warnt im Moment vor einer Reise nach Venezuela.
EDA rät vor Reisen nach Venezuela ab
«Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen am 7. Oktober 2012 machen sich politische Spannungen bemerkbar. Während des Wahlkampfs, während und nach den Wahlen sind Demonstrationen und gewalttätige Zusammenstösse mit den Sicherheitskräften nicht auszuschliessen.
Von Touristen- und anderen nicht dringenden Reisen nach Caracas und den grösseren Städten in Venezuela wird während und nach den Präsidentschaftswahlen abgeraten.»
(Quelle: EDA)
Dabei tritt der 58jährige Sozialist Chávez zum dritten Mal an. Er regiert das ölreiche Land seit 14 Jahren. Vor allem mit seiner Politik der Verstaatlichung hat er die Bevölkerung tief gespalten und ist auf der internationalen Bühne zu einem umstrittenen Politiker geworden.
Sein Herausforderer, der 40jährige Gouverneur Henrique Capriles, propagiert eine Kombination aus freier Marktwirtschaft und Sozialpolitik.
Er gilt inzwischen als einer der bisher gefährlichsten Gegner für den charismatischen Chávez in einer Wahl, in der der Präsident laut Umfragen immer mehr um seinen Sieg fürchten muss.
Wirtschaftsleute für Capriles
Capriles wirft Chávez im Wahlkampf vor, das aus dem Öl-Geschäft verdiente Geld im Ausland zu verschwenden: für Projekte in Ländern mit Chávez-freundlichen Regierungen wie Nicaragua und Kuba.
Ausländische Investoren hoffen auf einen Sieg des unternehmensfreundlichen Capriles und ein Ende der Verstaatlichungswelle. Präsident Chávez selbst konzentrierte sich in den vergangenen Tagen darauf, die Errungenschaften seiner Amtszeit in den Vordergrund zu stellen.
«Die Bourgeoisie wird nie wieder zurückkehren»
Mit einer Energie, die ihm viele nach seinen Krebserkrankungen nicht zugetraut hatten, buhlte er um die Gunst noch unentschlossener Wähler. Vor allem in den Slums der Grossstädte und armen Gegenden des Landes stellte er neue Verkehrsprojekte vor, die zusammen 2,5 Milliarden Dollar gekostet haben.
Chávez teilte dabei gegen Capriles aus, den er als herzlosen und elitären Politiker des rechten Lagers anprangert: «Der Wahlverlierer muss auf den Mond fliegen und sich nach seinem Felsen umsehen, den er regieren kann», sagte Chávez. «Denn hierher wird die Bourgeoisie nie wieder zurückkehren.»
(agenturen/godc;horm)






