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Hunderte Libyer geben freiwillig ihre Waffen ab
Hunderte Libyer sind dem Aufruf der Militärführung gefolgt und haben am Wochenende ihre Waffen abgegeben. In Tripolis und Benghasi wurden die Waffen auf den zentralen Plätzen der Städte gesammelt. Dazu gibt es erstmals Hinweise, wo Gaddafi einen Goldschatz versteckt haben könnte.
Ein Armeesprecher sprach von einer beeindruckenden Resonanz auf den Aufruf. «Hunderte Bürger kamen seit heute Morgen, um ihre Waffen zu übergeben – aus allen Teilen der Gesellschaft, Männer und Jugendliche, Frauen und sogar Kinder, die Kugeln abgaben, die sie auf der Strasse gefunden hatten.»
In Benghasi beteiligten sich etwa 800 Bürger an der Aktion. Es kamen laut Organisatoren mehr als 600 Waffenarten zusammen, darunter Gewehre, Landminen, Flugabwehrgeschütze, Raketenwerfer und Handgranaten. In Tripolis wurden sogar zwei Panzer abgegeben.
«Dies war unsere erste Aktion, und es wird nicht die letzte sein», sagte der Sprecher. Jeder, der Waffen zurückgab, nahm an einer Verlosung teil, bei der es unter anderem zwei Autos zu gewinnen gab.
Erste Hinweise auf Gaddafi-Gold
Bisherige Aufforderungen, die Waffen abzugeben, waren auf nur geringe Resonanz gestossen. Die Regierung geht von mehr als 200'000 bewaffneten Libyern aus. Sie versucht, die Menschen mit der Aussicht auf Arbeit und Geld zur Abgabe der Waffen zu bewegen.
Vielleicht sollte die Militärführung die Waffen der Bürger gegen Schaufeln eintauschen: Denn der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi soll im Wüstensand einen Goldschatz vergraben haben. Das berichtete die libanesische Tageszeitung «Al-Diyar» auf ihrer Website.
Gaddafis früherer Geheimdienstchef Abdullah Senussi, der Anfang September von Mauretanien an Libyen ausgeliefert worden war, soll bei Verhören Hinweise auf den Schatz geliefert haben.
Regierung macht sich auf die Suche
«Al-Diyar» schrieb, Ex-Geheimdienstchef Senussi habe betont, nur einige frühere Offiziere und einer der Gaddafi-Söhne wüssten, wo das Gold sei. Für die Lagerung der Goldbarren sei eigens ein Kellergewölbe gebaut worden. In Tripolis hiess es inoffiziell, die Regierung habe die Suche nach dem Gold aufgenommen.
Senussi sagte nach Angaben der libanesischen Zeitung weiter, Gaddafi habe den Goldvorrat während der Zeit angelegt, als die USA, die EU und die Vereinten Nationen Sanktionen gegen Libyen wegen der Unterstützung von Terrorismus beschlossen hätten.
Die UNO-Sanktionen waren 1992 verhängt worden. 2003 wurden sie wieder aufgehoben. Gaddafi war im Oktober 2011 von Rebellen gefangen genommen und getötet worden.
(agenturen/gern;godc)



