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International

Somalia: Al-Schabaab-Miliz auf dem Rückzug

Samstag, 29. September 2012, 12:02 Uhr

In Somalia hat die radikalislamische Al-Schabaab-Miliz die letzte noch unter ihrer Kontrolle stehende Stadt aufgeben müssen. Nach einem Angriff von Truppen der Afrikanischen Friedenstruppe (Amisom) zogen sich die Rebellen aus der Hafenstadt Kismayo im Süden des Landes zurück.

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Diese hatten sie zuvor fünf Jahre lang kontrolliert. Al-Schabaab sprach im Kurznachrichtendienst Twitter von einem taktischen Rückzug und kündigte weitere Kämpfe an.

«Kismayo ist von einer friedlichen Stadt, die von der (islamischen Rechtsprechung) Scharia regiert wurde, in eine Kampfzone zwischen Muslimen und Ungläubigen verwandelt worden», heisst es in einer weiteren Twitter-Nachricht.

Angst vor Guerilla-Krieg

Augenzeugen berichteten von Plünderungen in Verwaltungsgebäuden der Miliz. Die ganze Nacht über habe es auch Feuergefechte gegeben. Bürger hätten Angst vor einem Guerilla-Krieg.

Die jüngsten Kämpfe um die Hafenstadt etwa 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Mogadischu hatten am Donnerstag begonnen. Die kenianische Luftwaffe und Kriegsschiffe vor der Küste beteiligten sich an der Offensive. Kismayo hatte für Al-Schabaab besondere Bedeutung. Die Islamisten finanzierten sich unter anderem aus Steuern, die sie im Hafen erhoben. Darüber hinaus war der Hafen ein Umschlagplatz für Waffen.

Seit 2007 dominiert Al-Schabab grosse Teile Somalias. Die Islamisten kooperieren mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida. Sie wollen in Somalia einen islamischen Gottesstaat verwirklichen. Nach mehreren Entführungen und Terroranschlägen im Norden Kenias waren 2011 kenianische Truppen in den Süden Somalias einmarschiert.

(reuters/muei; frua)