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International

China: Bo Xilai fällt immer tiefer

Samstag, 29. September 2012, 11:05 Uhr

Nach dem Ausschluss aus der kommunistischen Partei droht dem ehemaligen Spitzenpolitiker Bo Xilai neues Ungemach. Bo hat jetzt auch seinen Parlamentssitz verloren.

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Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete dem 63-Jährigen sei das Mandat entzogen worden. Gestern wurde bereits bekannt, dass er aus der Partei ausgeschlossen wird.

Bo werden die Verwicklung in den Mord an einem britischen Geschäftsmann und Korruption vorgeworfen. Er wurde kurz vor dem Sprung in den Ständigen Ausschuss des Politbüros – dem eigentlichen Machtzentrum Chinas – gestürzt.

Kurz vor dem Parteitag der chinesischen Kommunisten, der im November den Generationswechsel in der Führung besiegeln soll, wurde die potenzielle Sprengkraft der Affäre deutlich. Die offiziellen Medien zeigten sich um Klarstellung bemüht, dass die Partei ohne Ansehen der Person unnachsichtig gegen Fehlentwicklungen und Korruption in den eigenen Reihen vorgehe.

Strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet

Bo sei seiner Vorbildfunktion als Spitzenfunktionär nicht gerecht geworden, hiess es in einem Xinhua-Kommentar. Für seine linken Anhänger ist Bo wegen seiner Kritik an der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich Opfer eines Komplotts geworden. Bo sei unversehens zum Dämon gemacht worden, kritisierte die Linke auf ihrer Internetseite «Rotes China».

Gegen Bo wurden strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. Ein Gericht verurteilte seine Frau wegen des Giftmords an dem Briten Neil Heywood zum Tode, setzte die Strafe aber zur Bewährung aus.

(reuters/muei; frua)