International
Italiens Beamte streiken gegen Montis Kürzungen
Die Regierung des italienischen Premiers Mario Monti bekommt harten Widerstand zu spüren. Die italienischen Beamten haben die Arbeit niedergelegt, um gegen die starken Einschnitte in der öffentlichen Verwaltung zu protestieren.
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Ärzte, Angehörige der Streitkräfte und Schüler beteiligten sich an den Protesten gegen das milliardenschwere Sparpaket. Der grösste Gewerkschaftsverband CGIL hatte zur Protestkundgebung aufgerufen. Alleine in Rom sind rund 30'000 Menschen auf die Strassen gegangen.
Auch viele Studenten haben sich den landesweiten Protest angeschlossen. Sie demonstrieren gegen Zulassungsbeschränkungen in mehreren Fakultäten und höhere Universitätsgebühren. Der Minister für öffentliche Verwaltung, Filippo Patroni Griffi, kritisierte den Streik: «Ziel der Regierung sind nicht Einsparungen, sondern eine effizientere Verteilung der öffentlichen Gelder.»
«Schluss mit den Belastungen»
Der Streik richtet sich gegen die drastische Sparpolitik des seit November in Rom regierenden Expertenkabinetts. Bis 2014 will Monti rund 26 Milliarden Euro in der öffentlichen Verwaltung einsparen. Die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst soll um 10 Prozent schrumpfen, auf Leitungsebene sogar um 20 Prozent.
«Schluss mit den Belastungen für die Schwächsten. Wir haben schon gegeben», skandierten die empörten Demonstranten. Die Regierung erklärt, die Sparmassnahmen sollen für eine schlankere und effizientere öffentliche Verwaltung sorgen: «Ich respektiere die Position der Streikenden, aber ich erinnere daran, dass wir gerade einen wichtigen Schritt durchführen, nämlich die öffentliche Verwaltung neu zu organisieren», kontert Griffi.
Beamte haben ihren Beitrag geleistet
Die Gewerkschaften kritisierten, dass die Sparmassnahmen die Staatsbeamten zu stark belasten. Diese seien im Zuge der von der Regierung beschlossenen Sparmassnahmen ohnehin bereits stark unter Druck gesetzt worden. Sie hätten ihren Beitrag zur Eindämmung der Krise geleistet, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft CGIL, Susanna Camusso.
Ein Ende der Proteste ist nicht in Sicht. Die Gewerkschaften haben bereits einen «heissen Herbst» angekündigt.
(agenturen/rufi/muep)







