International
China und Japan streiten trotz US-Appells über Inseln weiter
Der Appell der USA an China und Japan, ihren Streit um eine Inselgruppe beizulegen, hat nicht gefruchtet. Nur kurz nachdem US-Aussenministerin Hillary Clinton beide Seiten aufgerufen hatte, einen kühlen Kopf zu bewahren, lieferten sich die beiden Länder einen heftigen Schlagabtausch.
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China und Japan streiten um eine unbewohnte Inselgruppe nordöstlich von Taiwan, in deren Gewässern Gasvorkommen vermutet werden. Der Konflikt verschärfte sich, nachdem die japanische Regierung kürzlich trotz Warnungen aus Peking einen Teil der Inselgruppe von einem privaten japanischen Besitzer gekauft hatte.
Vermittlungsversuch der USA
Clinton traf am Donnerstag Chinas Aussenminister Yang Jiechi am Rande der UNO-Vollversammlung in New York. Sie habe an ihn appelliert, gemeinsam mit Japan den Inselstreit beizulegen, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des US-Aussenministeriums. Die USA seien davon überzeugt, dass Japan und China die Möglichkeit und die Fähigkeit hätten, direkt miteinander zu beraten und die Spannungen abzubauen.
«Das ist eine Botschaft der USA an beide Seiten», betonte er. Für Freitag ist ein Treffen Clintons mit dem japanischen Aussenminister Koichiro Gemba und dem südkoreanischen Kollegen Kim Sung Hwan geplant.
Schlagabtausch von Japan und China
Doch der chinesische Aussenminister Yang bekräftigte vor der UNO-Vollversammlung, dass die Inseln von alters her zu China gehört hätten und 1895 von Japan nach einem Krieg besetzt worden seien. Yang verurteilte den Kauf einiger der Inseln in diesem Monat durch die japanische Regierung. «Diese von Japan unternommenen Schritte sind absolut illegal und ungültig», sagte Yang. Das könne nicht die historischen Tatsachen ändern, dass Japan die Inseln gestohlen habe und China die Souveränität über sie besitze.
Darauf erwiderte der stellvertretende UNO-Botschafter Japans, Kazuo Kodama, es gebe keinen Beweis dafür, dass die Inseln zu China gehörten. Erst in den 1970er-Jahren hätten China und Taiwan Ansprüche geltend gemacht. «Davor haben sie keinerlei Einsprüche erhoben», sagte Kodama. Chinas UNO-Botschafter Li Baodong konterte: «Der jüngste sogenannte Kauf der Inseln ist nichts anderes als Geldwäsche.»
Protestaktionen in China
In dem Streit haben China und Japan bereits Patrouillenboote in die Nähe der Inselgruppe geschickt. Das nährt die Sorge, dass ein unbeabsichtigter Zusammenstoss oder ein anderer Vorfall zu einem Grenzkonflikt ausarten könnte.
In China kam es zu Protestaktionen und gewaltsamen Übergriffen auf japanische Einrichtungen. Japanische Firmen mussten ihre Produktion in China drosseln. Auch die japanischen Exporte nach China brachen ein.
(reuters/rufi;godc)







