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Adobolis Anwalt: «Er war kein Einzeltäter»

Donnerstag, 27. September 2012, 17:34 Uhr

Der Ex-UBS-Händler Kweku Adoboli hat gemäss seinem Verteidiger nicht alleine gehandelt. Drei von Adobolis Kollegen bei der UBS in London hätten zum Teil aktiv an den Handlungen teilgenommen, wegen derer er nun vor Gericht stehe.

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Adoboli habe seine Verhaltensweisen von Kollegen bei der Bank gelernt, sagte sein Verteidiger Charles Sherrard vor Gericht in London. Die Methode, das wahre Ausmass von Handelsaktivitäten zu verschleiern, habe Adoboli bei Kollegen von der UBS gelernt. Es habe – und das sei vielleicht noch immer so – «geheime Bücher» im Handelssystem der Bank gegeben. Als die Sache aufgeflogen sei, hätten ihn seine Kollegen im Stich gelassen.

Motivation: Verluste ausgleichen

Am Dienstag hatte ein früherer Kollege von Adoboli ausgesagt, er habe seit Januar 2011 von geheimen Konten gewusst, über die Adoboli seine nicht genehmigten Transaktionen verbuchte. Gemeldet habe er das aber nicht, da er Streit mit seinem Kollegen vermeiden wollte.

Nach Ansicht der Anklage ist Adoboli ein Einzeltäter, der aus Ehrgeiz die ihm vorgeschriebenen Handelslimite überschritt. Als die Griechenlandkrise sich verschärfte, habe er Verluste eingefahren, die er durch immer waghalsigere Spekulationen auszugleichen versuchte. Die aufgelaufenen Verluste soll er zunächst in geheimen Konten versteckt haben. Nach Ansicht der Verteidigung wurde die Risikoüberwachung zu Adobolis Zeiten bei der UBS zu lasch gehandhabt.

Adobolis Fehlspekulationen hatten der UBS einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar beschert. Adoboli wird Betrug und falsche Buchführung vorgeworfen. Er plädiert auf «nicht schuldig».

(sda/ stam;gern)