Inhalt

US-Wahlkampf 2012

US-Wahl: Umfragen sehen Romney auf Verliererstrasse

Mittwoch, 26. September 2012, 17:21 Uhr

Knapp sechs Wochen vor der US-Präsidentenwahl schwinden in Umfragen die Siegchancen für den republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Demnach hängt US-Präsident Barack Obama seinen Kontrahenten vor allem in den heiss umkämpften Bundesstaaten («Swingstates») immer weiter ab.

In Ohio liege der Amtsinhaber mit 53 zu 43 Prozent vorn, ermittelte die Quinnipiac University im Auftrag der «New York Times». Und in Florida führt Obama demnach mit 53 zu 44 Prozent. Wenn Romney in beiden Staaten verliert, wird er laut Expertenmeinung keine Chance haben, ins Weisse Haus einzuziehen.

Bild Romney-Fans bilden mit Buchstaben das Wort Ohio.
In der jüngeren Geschichte schaffte es kein Kandidat ins Weisse Haus, ohne in Ohio zu gewinnen. keystone

Die Umfrage wurde vom 18. bis zum 25. September durchgeführt, zu der Zeit als Romney wegen eines Videos, in der er sich abfällig über Obama-Wähler äusserte, in die Kritik geraten war.

Mehr Wahlmänner

Die düsteren Aussichten für Romney liegen vor allem an dem Wahlsystem in den USA. Für jeden Staat, in dem ein Kandidat gewinnt, erhält er abhängig von der Einwohnerstärke eine bestimmte Zahl an Wahlmännern. Florida etwa bringt 29 und Ohio 18 Wahlmänner. Zum Wahlsieg werden mindestens 270 benötigt.

Karte der US-Bundesstaaten in den Parteifarben der Gewinner 2008: Blau für Obama (Demokraten) und Rot für McCain (Republikaner).

US-Präsidentschaftswahlen auf einen Blick

Interaktive Grafik mit den Resultaten der Vorwahlen der republikanischen Partei und den Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen von 1992 bis 2008.

Laut der Quinnipiac-Umfrage liegt Obama auch in den «Swingstates» Pennsylvania, Wisconsin, Colorado und Virginia vorn. Insgesamt käme er momentan insgesamt auf mindestens 271 Wahlmänner und damit auf die Mehrheit, berechnete das Internetportal Huffington Post. Romney habe dagegen erst 191 Wahlmänner relativ sicher.

Das Bild kann sich aber bis zur Wahl am 6. November noch deutlich ändern. So treten die Kandidaten noch in drei Rededuellen im Fernsehen gegeneinander an. Die erste TV-Debatte findet am 3. Oktober statt.


Real Clear Politics ist ein in Chicago ansässiges Institut, das nach eigenen Angaben Nachrichten und Meinungen zur US-Politik sammelt. Es aggregiert unter anderem die aktuellen Daten grosser US-Umfrageinstitute und bildet deren Durchschnitt ab.

(dpa/hesa)