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International

Bombenanschlag auf syrische Armee-Zentrale

Mittwoch, 26. September 2012, 8:49 Uhr, Aktualisiert 27.09.2012, 9:53 Uhr

Syrische Rebellen haben einen schweren Bombenanschlag auf das Hauptquartier des Heeres in Damaskus verübt. Zu dem Angriff mitten ins Herz der syrischen Führung bekannte sich die Freie Syrische Armee. Über die Opferzahl gibt es unterschiedliche Angaben.

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Gemäss Augenzeugen soll das Gebiet, wo sich die Explosionen ereignet haben, abgesperrt worden sein. keystone

Laut der Freien Syrische Armee, die stärkste Kraft des bewaffneten Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad, wurden Dutzende Menschen bei der Aktion getötet.

Das syrische Staatsfernsehen berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, vier Wachleute seien getötet sowie 14 weitere Sicherheitskräfte und Zivilisten verletzt worden.

Die Regierung versuchte, die Folgen des Anschlags herunterzuspielen. Alle Mitglieder der Militärführung, des Heereskommandos und des Verteidigungsministeriums seien unverletzt, sagte Informationsminister Omran Soabi im staatlichen Fernsehen. Er sprach von einem terroristischen Akt an einer wichtigen Stelle. «Aber wie immer ist es ihnen nicht gelungen, ihr Ziel zu erreichen.»

Kommandozentrale der syrischen Streitkräfte angegriffen (Tagesschau vom 26.9.12, 19:30 Uhr)

Das Generalstabsgebäude stand laut dem staatlichen syrischen Fernsehen in Flammen, schwarzer Rauch stieg über der Innenstadt von Damaskus auf. Die Explosionen brachten zahlreiche Fenster umliegender Gebäude zum Bersten.

Journalist Pelda: Erfolg der Rebellen

Nach den zwei Bombenanschlägen lieferten sich Soldaten und Rebellen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten heftige Kämpfe. Es habe auf beiden Seiten Tote gegeben, berichtete die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Einschätzung von Kurt Pelda (Tagesschau, 26.09.12)

Journalist Kurt Pelda, der erst kürzlich aus Syrien zurückgekehrt ist, wertet den neuerlichen Bombenanschlag in Damaskus als Signal für den Niedergang des herrschenden Systems:  «Die Tatsache, dass die Rebellen zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Monaten im Herzen von Damaskus, im Machtzentrum der Streitkräfte zuschlagen können, ist doch ein Zeichen der Stärke und da sprechen die Rebellen zu Recht von einem Erfolg. Das Regime weiss, dass es nirgendwo mehr geschützt ist.»

Leichen gefunden

Bei einem Gefecht zwischen regimetreuen Soldaten und Rebellen in Damaskus ist derweil ein Korrespondent des iranischen TV-Senders Press TV getötet worden. Maya Nasser sei von einem Scharfschützen getötet worden, meldete der arabischsprachige iranische Fernsehsender Al-Alam.

Die Deserteure der Freien Syrischen Armee (FSA) haben in einem Vorort von Damaskus zudem nach eigenen Angaben 50 Leichen entdeckt. Die FSA gab an, die Männer seien in der Ortschaft Al-Dhijabija von regimetreuen Truppen zum Teil mit Messern getötet worden. Eine Bestätigung für diese Angaben von unabhängiger Seite gab es zunächst nicht. Die FSA veröffentlichte Bilder, auf  denen Dutzende von Leichen zu sehen sind.

(agenturen/sf/red)