Vermischtes
Himalaya: Kaum noch Hoffnung
Nach dem schweren Lawinenunglück am Mount Manaslu haben Helfer kaum noch Hoffnung auf eine Rettung von drei vermissten Bergsteigern. Bergungsaktionen in dieser Höhe sind schwierig, sagt der Schweizer Rettungsexperte Bruno Jelk.
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Der Chef der Bergrettung Zermatt muss es wissen. Im Himalaya plant er eine Rettungsstation aufzubauen. Zwei Mal war der erfahrene Alpinist schon dort. Gemeinsam mit der Air Zermatt will Bruno Jelk die Ausbildung nepalesischer Bergretter vorantreiben. Die Achttausender sind sogar für ihn eine Herausforderung.
«In dieser Höhe stossen die Helikopter an die Grenze ihre Leistungsfähigkeit. Um das Gewicht zu reduzieren, muss man Sitze ausbauen und nur mit wenig Treibstoff starten. Bei einem Rettungsflug kann kaum mehr als eine Person geborgen werden». Schnell wechselnde Wetterverhältnisse erschweren die Bergungsarbeiten zusätzlich.
SF-Doku und Berichte aus der Manaslu-Region
«Schweizer Bergretter im Himalaya» ist der Titel einer SF-Dokumentation. Das Team, dessen Arbeit im Film festgehalten wurde, barg unter anderem die Leiche eines koreanischen Alpinisten am Manaslu.
Zwei weitere Berichte über Touren in der Manaslu-Region: Eine Dokumentation über eine Trekking-Expedition. Eine andere Gruppe verfasste ein Tagebuch über die Tiroler Schiexpedition im Jahr 1993.
Weitere Informationen über den Berg und Berichte über Besteigungen und Unfälle auf himalaya-info.
Der Beginn der Herbstsaison für Bergsteiger in Nepal ist häufig geprägt von unberechenbarem Wetter. Dennoch starten immer mehr Alpinisten zum grossen Gipfelsturm. Den Grund für den Boom von Expeditionen sieht Jelk nicht bei der grossen Abenteuerlust der Bergsteiger, vielmehr bei der Bewilligungspraxis der Behörden.
Alpinismus wichtiger Wirtschaftszweig
«Die Expeditionen sind beispielsweise für Nepal mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftsfaktor», sagt Jelk. «Eine Besteigung des Mount Everest kostet pro Person etwa 10'000 Dollar». Alleine in diesem Jahr rechnet das nepalesische Tourismus-Ministerium mit Einnahmen zwischen 4 und 9 Millionen Dollar.
Dabei verdient nicht nur der Staat tüchtig mit, auch die Sherpas werden für ihre Dienst gut bezahlt. Gegen 2000 Dollar gibt es für die Guides, zudem dürfen sie häufig die Ausrüstung behalten. In einem Land, in dem rund 30 Prozent unter der Armutsgrenze leben, zählen die Sherpas zu den Privilegierten.
Keine Gipfelgarantie
«Trotz grossen finanziellen Aufwands der Expeditionsteilnehmer gibt es keine Gipfelgarantie», sagt Michel Wirth von Kobler & Partner. Der für Expeditionen spezialisierte Schweizer Reiseveranstalter ist selbst mit einer 11-köpfigen Gruppe am Mount Manaslu. «Wir stehen per Satellitentelefon und Mail in Kontakt mit unseren Leuten vor Ort, alle Teilnehmer und Bergführer sind wohlauf», sagt Wirth zu «SF Online».
Zum Zeitpunkt des Unglücks befand sich die Gruppe im Basislager. Der Mount Manaslu sei bekannt für schnell ändernde Verhältnisse, auf Grund langjähriger Erfahrung in dieser Region, hätte sich die Gruppe am Sonntag gegen einen Aufstieg entscheiden, so Wirth.
Trotz der Gefahr ist der Mount Manaslu ein beliebter Berg. Über 200 Alpinisten und Sherpas befinden sich in dieser Gegend. Grund für das grosse Interesse am Mount Manaslu seien politische Gründe. Destinationen in Tibet musste der Anbieter Kobler & Partner aus seinem Programm streichen, China verwehrt Expeditionen derzeit den Zugang.
Ob die Gruppe den Aufstieg zum 8156 Meter hohen Mount Manaslu dennoch in Angriff nehmen wird, kann Wirth nicht sagen. «Das entscheiden die Bergführer und Sherpas vor Ort». Viel Zeit bleibt ihnen allerdings nicht mehr – am 7. Oktober wird das Team wieder in der Schweiz erwartet.
(sf/blur;horm)






