Wirtschaft
Massenschlägerei: Apple-Zulieferer muss Werk in China schliessen
In einer chinesischen Fabrik des Apple-Zulieferers Foxconn Technology ist nach einer Massenschlägerei die Produktion gestoppt worden. Der Stopp erfolgt aus Ermittlungsgründen.
Ein Streit zwischen mehreren Arbeitern in einem Schlafsaal des Taiyuan-Werks im Norden Chinas habe sich am Sonntagabend zu einer Prügelei mit 2000 Beteiligten ausgeweitet. Dies teilte das taiwanische Unternehmen mit. Die örtliche Polizei habe die Schlägerei am frühen Morgen unterbunden. Etwa 40 Menschen seien verletzt worden und mussten im Krankenhaus behandelt werden.
Längerer Produktionsstopp möglich
Ein Foxconn-Sprecher erklärte, das Werk werde wegen der Ermittlungen am heutigen Montag geschlossen bleiben. Ein Angestellter, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Produktion könne wegen der Ermittlungen bis zu drei Tage ruhen.
Mysteriöse Selbstmord-Serie bei Foxconn
Schon im Jahr 2010 geriet die Firma Foxconn in die Negativ-Schlagzeilen. 13 Arbeiter des Unternehmens hatten Selbstmord begangen – alleine 10 davon im Werk von Shenzhen. Seit diesen Suiziden hat die Firma am Gebäude Netze aufgespannt, damit die Arbeiter nicht vom Dach springen.
Arbeitsrechtsorganisationen hatten für die Selbsttötungen unter den Foxconn-Beschäftigten schlechte Arbeitsbedingungen bei niedrigen Löhnen verantwortlich gemacht. Foxconn hatte daraufhin angekündigt, die Löhne um knapp 70 Prozent anzuheben, wollte aber einen Teil der Produktion nach Zentralchina verlagern, weil dort das Lohnniveau erheblich niedriger ist.
Nach seinen Angaben werden in der Fabrik Teile für das neue Apple iPhone 5 gefertigt. Die Handys würden dort auch zusammengebaut.
Die Nachrichtenagentur Xinhua meldete unter Berufung auf die örtlichen Behörden zehn Verletzte und den Einsatz von etwa 5000 Beamten, um die Schlägerei unter Kontrolle zu bringen. Die Polizei in Taiyuan war zunächst nicht zu erreichen. Ein Sprecher des Werks lehnte eine Stellungnahme ab. In der Fabrik sind insgesamt 79'000 Menschen beschäftigt.
(sda/weis;gern)






