International
Vorerst keine Einigung zwischen Sudan und Südsudan
Der Grenzkonflikt zwischen Sudan und Südsudan bleibt ungelöst. Trotz der Androhung internationaler Sanktionen haben sich die Präsidenten beider Länder bei ihrem Gipfeltreffen bislang nicht einigen können.
Ein Tag nach Ablauf des Ultimatums des UNO-Sicherheitsrates suchten Sudans Präsident Omar al-Baschir und sein südsudanesischer Amtskollege Salva Kiir in Addis Abeba (Äthiopien) nach einer friedlichen Lösung des Grenzkonflikts.
Ein zunächst für den Morgen geplantes Gipfeltreffen wurde angesichts vieler offener Fragen auf den Abend verschoben. Vor dem Treffen verhandelten Delegationen beider Länder.
Verantwortung bei den Präsidenten
Westliche Diplomaten in Addis Abeba beurteilten die Erfolgschancen des Gipfels skeptisch. Es sehe so aus, als ob beide Seiten «um alles oder nichts» stritten, sagte ein Diplomat. Dabei gab es einen enormen internationalen Druck auf die beiden Länder: Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die Afrikanische Union drangen auf eine Lösung.
«Die Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates sind sich einig, dass es in der Verantwortung der beiden Präsidenten liegt, konstruktive Führerschaft und den politischen Willen zum Brückenbau zu zeigen», sagte Deutschlands UNO-Botschafter Peter Wittig, derzeit Präsident des Rates, in New York.
Streit ums schwarze Gold
Der Sudan und der 2011 unabhängig gewordene Südsudan hatten Anfang August einen Kompromiss in einem erbitterten Ölstreit gefunden. Beide Länder müssen sich aber noch über Grenzfragen und vor allem den Status der rohstoffreichen Region Abyei einigen. Unter der Krise leiden Zehntausende Menschen vor allem im Grenzgebiet.
«Wir sind zutiefst besorgt über die humanitäre Situation, die sich schnell verschlechtert», sagte Wittig. «Wir fordern beide Seiten mit Nachdruck auf, alle notwendigen Schritte für sofortige Hilfe zu unternehmen.» Die Bevölkerung müsse sofort mit Lebensmitteln versorgt werden, damit nicht noch mehr Menschen sterben.
(sda/mery; engf)






