International
Schmähvideo: Pakistan distanziert sich von Mordaufruf
100'000 Dollar soll derjenige erhalten, der den Produzenten des Islam-kritischen Mohammed-Films tötet. Der pakistanische Minister, der diese hohe Belohnung ausgesetzt hat, will die Summe aus eigener Tasche bezahlen. Die Regierung betonte unterdessen, nichts damit zu tun zu haben.
Bild
Der pakistanische Eisenbahnminister Ghulam Ahmad Bilour versprach an einer Pressekonferenz 100'000 Dollar dem Mörder des Mannes, «der Unsinn über den heiligen Propheten geredet hat». Er rief zudem die radikalislamischen Taliban und das Terrornetzwerk Al-Kaida auf, ihn bei seinem Vorhaben zu unterstützen.
Persönliche Gründe Bilours
Bilour sei klar, dass es eine Straftat sei, Menschen zum Mord aufzurufen. Es gebe aber keinen anderen Weg, «Gotteslästerern» Furcht einzuflössen.
Pakistans Regierungschef Raja Pervez Ashraf sagte, seine Regierung habe mit dem Kopfgeld nichts zu tun. Auch Bilours Partei, die eigentlich moderate Awami National-Partei (ANP), nahm Abstand. «Das ist eine persönliche Äusserung, die nicht der Parteilinie entspricht», so ein Partei-Sprecher.
Dies unterstützt Vermutungen pakistanischer Journalisten: Bilour soll gemäss «Spiegel Online» durch die heftigen Proteste in Peschawar finanziell stark geschädigt worden sein.
Mehrere Kinos und auch das Gebäude der Handelskammer wurden dabei zerstört. Darunter auch ein Kino, das in Bilours Besitz ist. Es soll sich um ein Porno-Kino handeln. Seine Familie soll zudem in der Handelskammer involviert sein.
Rolle noch unklar
Die Regierung und die ANP würden über das weitere Vorgehen beraten. Disziplinarische Schritte gegen Minister Bilour seien nicht ausgeschlossen. Vorerst bleibe er jedoch im Amt.
Als Drahtzieher hinter dem in den USA produzierten Films gilt ein 55jähriger. Er soll in Kalifornien leben und ein koptischer Christ sein. Laut «New York Times» wurde der Film im Sommer 2011 in der Nähe von Los Angeles gedreht. Welche Rolle der Mann bei der Produktion gespielt hat, ist noch unklar: Er wird zum einen als Filmemacher gehandelt, zum anderen als Drahtzieher.
(dpa/mery; engf)






