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International

Iran droht Israel: Auslöschung per Erstschlag

Sonntag, 23. September 2012, 20:30 Uhr, Aktualisiert 24.09.2012, 2:03 Uhr

Ein iranischer Luftwaffengeneral hat Israel offen mit einem Erstschlag gedroht. Ein solcher Präventivangriff sei für den Fall möglich, dass Israel alle Vorbereitungen für einen Militärschlag gegen den Iran getroffen habe, sagte er. «Es wird einen Krieg geben», prophezeite die Militärführung in Teheran.

Jeglicher Angriff auf den Iran könnte einen dritten Weltkrieg auslösen, warnte der Befehlshaber der Luftwaffe in den Revolutionsgarden, Amir-Ali Hajizadeh.. «Wir können uns nicht vorstellen, dass das zionistische Regime (Israel) einen Krieg ohne Unterstützung durch Amerika beginnt. Daher stünden wir in einem solche Falle im Krieg mit beiden, und wir würden im Konflikt mit amerikanischen Stützpunkten stehen.» In diesem Falle würden sich die Dinge unvorhersehbar und unbeherrschbar entwickeln, so der General.

Israels Präventivschlag gegen Iran wird konkreter (Tagesschau, 17,08.2012)

«Es wird einen Krieg geben»

Zuvor hatte sich der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammad Ali Dschafari, überzeugt gezeigt, dass Israel letztendlich den Iran angreifen werde. «Es wird einen Krieg geben, es ist nur nicht klar, wo und wann es sein wird.» Israel betrachte derzeit Krieg als einzigen Weg der Konfrontation.

Bild Ahmadinedschad und Dschafari umarmen sich
Auf gleicher Wellenlänge gegen Israel: Irans Präsident Ahmadinedschad (rechts) und der Chef der Revolutionsgarden, Dschafari. keystone/archiv

«Wir unternehmen alle Anstrengungen, um unsere Verteidigungskapazitäten auszubauen», sagte Dschafari. «Wenn sie (Israel) beginnen, werden sie zerstört werden, und das wird für sie das Ende der Geschichte.»

«Von Israel würde nichts übrig bleiben»

Er warnte Israel vor den Konsequenzen eines möglichen Angriffs. «Bei einem Gegenschlag des Irans nach einem israelischen Angriff würde kein Teil Israels sicher sein, und von dem Land würde nichts übrigbleiben», sagte Dschafari.

Bild Dschafari
Der Kommandeur der Revolutionsgarden, Dschafari: «Es wird Krieg geben». keystone/archiv

Im Falle eines Militärschlages gegen sein Land werde der Iran auch US-Militärbasen in der Region angreifen und die Strasse von Hormus schliessen, fügte der hohe Militär hinzu. Diese Meerenge ist strategisch wichtig, weil durch sie nach unterschiedlichen Quellen bis zu 40 Prozent des weltweit auf Schiffen transportierten Öls nach Europa, Fernost und in die USA gelangen.

Andeutungen aus Israel

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat mehrfach angedeutet, dass sein Land den Iran angreifen könnte, um dort den Bau von Atomwaffen zu verhindern.

Netanjahu will Präventivangriff gegen Iran (Tagesschau am Mittag, 06.03.2012)

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Forschungsprogramms Atomwaffen zu entwickeln. Israel betrachtet das Atomprogramm als grösste Bedrohung seiner Existenz und hat indirekt mit einem Militärschlag gegen iranische Atomanlagen gedroht. Der Iran weist die Vorwürfe des Westens zurück.

EU-Staaten: Iran-Sanktionen verschärfen

Deutschland, Frankreich und Grossbritannien haben offiziell neue europäische Sanktionen gegen den Iran gefordert. Entsprechend hätten sich die Aussenminister der drei Länder in einem Schreiben Ende vergangener Woche an die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton geäussert, sagte ein EU-Diplomat in New York. Details der möglichen neuen Strafmassnahmen würden noch ausgearbeitet. Die EU-Aussenminister sollten bei ihrem Treffen in Brüssel am 15. Oktober über das Thema beraten.

Ein zweiter westlicher Diplomat ergänzte, es sei notwendig, im Atomstreit mit dem Iran die Sanktionen zu verschärfen. «Es ist immer noch Zeit für eine politische Lösung, eine diplomatische Lösung, und das ist es, wofür wir arbeiten", sagte er weiter. «Aber wir können keine Atomwaffen in den Händen des Iran akzeptieren.»

Ashton wird am Donnerstag einem Treffen von sechs Ländern vorsitzen, bei dem es um den Atomstreit gehen wird. Vertreten sein werden neben Deutschland, Frankreich und Grossbritannien die USA, Russland und China.

(agenturen/mery/blur/halp;gern)