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International

Eiszeit zwischen China und Japan

Sonntag, 23. September 2012, 17:15 Uhr

Im Streit um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer verschärft sich das Säbelrasseln. China hat eine Feier zum 40. Jahrestag der Normalisierung der diplomatischen Beziehungen mit Japan abgesagt.

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China habe Japan über die Absage der für Donnerstag geplanten Veranstaltung zum 40. Jahrestag der Wiederaufnahme der Beziehungen informiert, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Das Aussenministerium in Peking wollte den Bericht zunächst nicht bestätigen. Am Freitag hatte ein Sprecher jedoch gesagt, viele der geplanten Veranstaltungen seien durch den Streit «beschädigt».
 
Der Konflikt um die in China als Diaoyu und in Japan als Senkaku bekannte unbewohnte Inselgruppe nordöstlich von Taiwan hatte sich deutlich verschärft, nachdem die Regierung in Tokio angekündigt hatte, drei der Inseln zu kaufen.
 
Aus Protest gegen die Entscheidung gab es in China über Tage teils gewaltsame Proteste. Der von Japan kontrollierte Archipel ist von strategischer Bedeutung. Zudem werden unter dem Meeresboden Öl- und Gasvorkommen vermutet.

Proteste in Japan und Taiwan sowie Boykott-Aufruf

Erstmals gab es nun auch in Japan Demonstrationen gegen China. In Tokio protestierten am Samstag rund 800 Japaner nahe der chinesischen Botschaft, um den Anspruch ihres Landes auf die Inselgruppe zu bekräftigen. «Wir werden Chinas militärischer Drohung niemals nachgeben», riefen die Demonstranten, die China als «brutalen und faschistischen Staat» bezeichneten.
 
In Taiwan, das die Inseln ebenfalls für sich beansprucht, gab es am Sonntag wiederum eine Demonstration gegen Japan. «Nieder mit dem japanischen Imperialismus» und «Japaner runter von Diaoyu», rief die Menge bei der Demonstration in Taipeh, zu der rechte Parteien aufgerufen hatten.
 
Sie forderten einen Boykott japanischer Waren und riefen ihre Regierung zur Kooperation mit China zur Lösung des Streits auf. Staatspräsident Ma Ying Jeou hat allerdings eine Zusammenarbeit mit China gegen seinen Verbündeten Japan bereits abgelehnt.

(agenturen/blur)