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International

Video: Proteste in Deutschland, Bangladesch, Pakistan, Nigeria – Morddrohung in Frankreich

Samstag, 22. September 2012, 12:01 Uhr, Aktualisiert 20:30 Uhr

Die Proteste gegen den Film, welcher Mohammed beleidigen soll, reissen nicht ab: Nach blutigen Ausschreitungen in Pakistan kam es auch in Bangladesch zu Auseinandersetzungen. In Frankreich herrscht Demonstrationsverbot.

Die Polizei hält sich in Frankreich bereit. (Tagesschau, 22.09.2012, 19.30 Uhr)

In Frankreich hat die Polizei einen Mann festgenommen, der nach Veröffentlichung umstrittener Mohammed-Karikaturen im Satire-Blatt «Charlie Hebdo» zur Enthauptung des verantwortlichen Redakteurs aufgerufen hat. Der 40-Jährige habe auf einer Internetseite zur Enthauptung des Redakteurs aufgerufen, so eine Spezialeinheit.

Knappe Mehrheit Pro Mohammed-Karikaturen

Die Veröffentlichung von neuen Mohammed-Karikaturen diese Woche stösst bei den Franzosen auf ein unterschiedliches Echo. Nach einer Umfrage der Tageszeitung «Sud-Ouest» befürworten 51 Prozent der Befragten die Publikation der Karikaturen durch das französische Satire-Blatt «Charlie Hebdo». Gleichzeitig glauben 47 Prozent der Franzosen, die Veröffentlichung könnte in der aktuellen Situation zu neuen Spannungen führen. 

Das Institut Ifop hatte im Auftrag der Zeitung am Donnerstag und Freitag 953 repräsentativ ausgewählte Personen befragt.

Muslime in Deutschland haben den zweiten Tag in Folge gegen den Film über den Propheten Mohammed demonstriert. In Dortmund zogen 1500 Muslime friedlich durch die Innenstadt, in Karlsruhe startete ein Protestzug mit zunächst 200 Teilnehmern. Auf Plakaten in Dortmund hiess es: «Nein zu Gewalt, Ja zu Toleranz.» Die Demonstranten riefen: «Respekt für alle Religionen. Stoppt den Film, stoppt den Spott!»

Bild Kind mit Mohammed-Stirnband.
In Dortmund kamen auch Kinder. reuters

Anstössig allein die Darstellung

In einem Flugblatt forderten sie ein Gesetz, das das Verspotten und Schmähen von heiligen Symbolen aller Religionen untersagt. Männer und Frauen liefen in jeweils eigenen Demonstrationszügen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kritisierte die Gewalt im Namen der Religion. «Die grösste Beleidigung für eine Religion ist es, in ihrem Namen Gewalt auszuüben», sagte er der «Bild»-Zeitung.

Bereits am Freitag hatten in Freiburg, Münster und Cuxhaven insgesamt 1600 Menschen gegen die Beleidigung des Propheten demonstriert. Der Film «Unschuld der Muslime» stellt den islamischen Propheten Mohammed unter anderem als vertrottelten, lüsternen Bösewicht dar. Allein die Darstellung des Propheten als Mensch ist für strenggläubige Muslime anstössig.

Minister schreibt Kopfgeld aus

In Pakistan haben erneut tausende Menschen gegen den Film demonstriert. Sie riefen Parolen wie «Wir lieben unseren heiligen Propheten» und «Bestrafung für die, die unseren Propheten erniedrigt haben». In Pakistan waren am Freitag zehntausende Menschen auf die Strasse gegangen. Bei Ausschreitungen waren mindestens 23 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt worden.

Der Eisenbahnminister Pakistans gab unterdessen bekannt, 100'000 Dollar Kopfgeld auf den Macher des Videos ausgeschrieben zu haben. Er werde das Geld für eine solche «noble Geste» des Mordes bezahlen. Er lud zudem die Taliban und Al Kaida ein, sich an solch einer Aktion zu beteiligen.

Bild Ausgebrannte Kirche.
In Pakistan brannte mindestens eine Kirche. reuters

In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka gingen Sicherheitskräfte mit Tränengas gegen Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration vor. Teilnehmer warfen dabei Steine in Richtung der Polizei. Medienberichten zufolge gab des mindestens 30 Verletzte und 40 Festnahmen.

Auch im muslimisch geprägten Norden Nigerias demonstrierten Zehntausende gegen den Film. Die Demonstration verlief aber trotz wütender Parolen friedlich.

Bild Demonstranten verbrennen eine US-Flagge. Zu sehen ist auch ein Sarg mit dem Namen des US-Präsidenten.
Demonstranten verbrennen am Freitag in Bangladesch eine US-Flagge. keystone/archiv

(sda/buet/fasc;godc)