International
NGOs: «Israel will palästinensische Dörfer zerstören»
30 internationale Nichtregierungsorganisationen haben das sogenannte Nahost-Quartett aufgefordert, gegen geplante Räumungen von Dörfern im Westjordanland vorzugehen. Israel wolle die geräumten Gebiete für einen Ausbau von Siedlungen und für ein militärisches Sperrgebiet nutzen.
«Die israelische Regierung plant, 13 palästinensische Dörfer auf den Hügeln von Hebron zu zerstören und die Bevölkerung zu vertreiben», erklärten Amnesty International, Human Rights Watch, Oxfam, Care und andere Organisationen. Dadurch würden 1650 Palästinenser ihre Häuser und ihren Zugang zu lebenswichtiger Infrastruktur verlieren.
Die Nichtregierungsorganisationen forderten vom Nahost-Quartett aus UNO, EU, den USA und Russland, «von den Worten zur Tat zu schreiten». Es solle konkrete Vorschläge machen, damit die palästinensischen Familien in ihren Häuser bleiben können.
Das Nahost-Quartett bemüht sich seit geraumer Zeit erfolglos um eine Wiederbelebung der Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. Die Gespräche liegen seit September 2010 auf Eis.
Hunderte vertrieben seit Jahresbeginn
Laut dem aktuellen Wochenbericht des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der UNO hat Israel seit Jahresbeginn im Westjordanland und in Ostjerusalem 465 palästinensische Bauten zerstört. Darunter waren 136 Wohnungen, was zur Vertreibung von 676 Personen führte.
Unlängst hat Israel auch eine eigene Siedlung im Westjordanland geräumt. Anfang September ordneten die israelischen Behörden die Bewohner der Siedlung Migron an, ihre Häuser zu verlassen. Der Räumung ging ein langer Rechtsstreit voraus, den das Oberste Gericht Israels schliesslich zu Ungunsten der Siedler entschieden hatte.
(sda/afp/buet;schubeca)



