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International

Mubarak soll Gefängnis durch Simulieren entgehen

Samstag, 22. September 2012, 21:10 Uhr

Dem früheren ägyptischen Staatschef Hosni Mubarak geht es nach Aussage eines Gerichtsmediziners deutlich besser als seine Anhänger glauben lassen wollen. Mubarak habe nie einen Schlaganfall erlitten und sei nicht in kritischem Zustand.

Er müsse lediglich Medikamente für den Kreislauf einnehmen, sagte der leitende Forensiker der staatlichen Zeitung «Al Ahram». Zuvor hatte es widersprüchliche Angaben zum Gesundheitszustand des 84-jährigen Ex-Präsidenten gegeben.

Bild Mubarak auf einer Trage.
Das Leiden Mubaraks ist laut Arzt nicht echt, sondern Taktik. keystone

«Nur niederer Blutdruck»

Mubarak war im Juni zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Drei Wochen nach dem Haftantritt wurde er in ein Militärkrankenhaus verlegt. Die amtliche Nachrichtenagentur berichtete, Mubarak habe einen Schlaganfall erlitten. Es hiess, sein Herz habe zeitweise aufgehört zu schlagen. Derzeit befindet sich Mubarak wieder im Gefängnis. Dagegen haben Angehörige Beschwerde eingereicht.

Der Mediziner erklärte, die Staatsanwaltschaft habe ihn aufgefordert, mit weiteren Ärzten Mubaraks Gesundheitszustand nach der Verlegung ins Militärspital zu prüfen. Das Team habe Mubarak zwei Mal untersucht, ein Mal im Spital und später im Gefängnis Tora in Kairo. Mubarak habe lediglich einen niedrigen Blutdruck gehabt. Ihm sei beim Aufstehen schwindelig geworden.

Schweigepflicht gilt nicht für alle

Angaben von Mubaraks Ärzten, der frühere Staatschef habe einen Schlaganfall erlitten, wies er zurück. Auch Hinweise auf eine Lungenembolie, die Mubaraks Ärzte meldeten, gebe es nicht. «Er muss nicht in ein anderes Spital verlegt werden», sagte er der Zeitung.

Mubaraks Anwalt wies die Angaben zurück und warf ihm Lügen vor. Er werde sich bei der Staatsanwaltschaft über die Aussagen in den Medien beschweren. Diese stellten eine Verletzung der Schweigepflicht dar.

Während Mubarak noch an der Macht war, wurde sein Gesundheitszustand wie ein Staatsgeheimnis gehütet. Nach seinem Sturz vor rund 20 Monaten haben Anhänger Einzelheiten mutmasslicher Erkrankungen veröffentlicht. Kritiker erklärten, so sollten Sympathien für Mubarak geweckt werden, um eine mildere Bestrafung zu erreichen.

(agenturen/fasc;blur)