Inhalt

International

Gedankenspiele Ecuadors zum Fall Assange

Samstag, 22. September 2012, 10:49 Uhr

Ecuador prüft mehrere Optionen zur Beilegung der seit Monaten andauernden diplomatischen Krise um Wikileaks-Gründer Julian Assange. Darunter ist auch eine, die Schweden bereits früher abgelehnt hatte.

Eine Möglichkeit wäre, Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London zu den Vergewaltigungsvorwürfen befragen zu lassen, die in Schweden gegen ihn erhoben werden, sagte Aussenminister Ricardo Patino.

Bild Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London.
Ecuadors Aussenminister stellt öffentlich Überlegungen an, wie der diplomatische Patt wegen Julian Assange zu lösen sein könnte. reuters

Möglich wäre auch, Assange in die ecuadorianische Botschaft nach Stockholm zur Befragung zu bringen. In beiden Fällen würde der Wikileaks-Gründer weiterhin unter dem Schutz des ecuadorianischen Asyls stehen, erklärte Patino in Quito.

Keine Reaktion

Von den britischen Behörden lag zunächst keine Reaktion auf die Gedankenspiele in der ecuadorianischen Hauptstadt vor. Assange hält sich seit dem 19. Juni in der Botschaft Quitos in London auf. Die britische Regierung hat erklärt, Assange werde verhaftet, sobald er seinen Fuss vor die ecuadorianische Botschaft setzt.

Der Gründer der Enthüllungsplattform befürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Dort würde ihm wegen der Veröffentlichung Tausender geheimer Dokumente eine Anklage wegen Geheimnisverrats drohen.

(sda/buet;schubeca)