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Schweiz

Gespaltene Reaktionen auf Mörgeli-Entlassung

Freitag, 21. September 2012, 16:58 Uhr

Die Reaktionen auf den Rauswurf Christoph Mörgelis zeigen einmal mehr den Riss, der durch das Land geht. Während nahezu alle Experten den Beschluss der Uni gutheissen, sehen Parteifreunde Mörgeli als Opfer einer SVP-feindlichen Politik.

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Toni Brunner stellt sich vor seinen SVP-Kollegen Mörgeli.

Für den Präsidenten der SVP Schweiz, Toni Brunner, liegt die Sache auf der Hand: Die Entlassung von Christoph Mörgeli sei «skandalös» und «inakzeptabel». Man habe den Mann «öffentlich vorgeführt». «Das wäre in keinem anderen Arbeitsverhältnis tolerierbar gewesen.»

Mörgeli sei via Indiskretionen diskreditiert worden, habe sich aber nicht dagegen zur Wehr setzen dürfen. «Dies lässt den Schluss zu, dass es sich bei der Entlassung um eine politisch motivierte Abrechnung handelt», sagte Brunner.

Offensichtlich habe man eine «missbliebige Partei» treffen wollen. Gleichzeitig hätten die Verantwortlichen ein Signal ausgesendet, wer in öffentlichen Einrichtungen überhaupt noch als willkommen gelte und wer nicht. Der Parteipräsident fordert deshalb eine konsequente Aufarbeitung dieses «staatspolitisch höchst bedenklichen» Falles.

«Auch SVP-Mitglieder müssen entlassen werden dürfen»

Gänzlich anders äusserte sich Kathy Riklin, CVP-Nationalrätin und Mitglied des Universitätsrates der Uni Zürich: «Ich habe volles Verständnis für die Uni Zürich, dass sie da hat einen Schlussstrich ziehen wollen – nach all dem was vorgefallen ist.» Bei so einem zerrütteten Arbeitsverhältnis sei es gar nicht möglich gewesen, konstruktiv zusammenzuarbeiten.»

Der Vorwurf, Mörgeli sei aufgrund seiner Parteizugehörigkeit geschasst worden, sei absurd, so Riklin. «Herr Mörgeli muss wie alle anderen auch seine Qualifikationen bringen.» Eine politische Motivation hinter der Entlassung Mörgelis kann sie nicht erkennen. Und im Übrigen sei der Staat nicht verpflichtet jedermann anzustellen, nur weil der in der SVP ist, so Riklin.

Kantonsratskommission will Auskunft

Die Zürcher Bildungsdirektorin und Präsidentin des Universitätsrates, Regine Aeppli (SP), wollte den Entscheid nicht inhaltlich kommentieren. Sie sei aber froh, dass ein Entscheid gefällt worden sei und am Institut wieder Ruhe einkehren könne.

Doch bevor diese tatsächlich einziehen kann, wird sich auch die Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit (ABG) des Zürcher Kantonsrates mit der Entlassung befassen. Zur Sitzung sind auch Regierungsrätin Aeppli und Unirektor Fischer aufgeboten worden.

Laut ABG-Präsident Hans-Peter Portmann (FDP) will sich die Kommission aus erster Hand über den Fall Mörgeli informieren. Eine aufsichtsrechtliche Untersuchung steht zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht zur Diskussion.

(agenturen/sf/maiu; rufi)