International
Obama sucht nach Schmähvideo das Gegengift
Die USA wollen sich mit Werbespots im pakistanischen Fernsehen von dem islamfeindlichen Film distanzieren. Derweil steigt bei einzelnen Mitwirkenden des Machwerks der Unmut über die virale Verbreitung des Filmchens.
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Washington habe 70'000 Dollar für Werbeplätze in sieben pakistanischen TV-Sendern ausgegeben, sagte eine Sprecherin des US-Aussenministeriums. In den rund 30 Sekunden langen Spots werde sich die US-Regierung von dem in den USA produzierten Film distanzieren, in dem der Prophet Mohammed beleidigt wird.
Bereits im Vorfeld hatte der amerikanische Präsident Barack Obama im pakistanischen Fernsehen versucht, zerschlagenes Geschirr zu kitten.
Zu sehen sind darin Ausschnitte von Ansprachen von US-Präsident Barack Obama und Aussenministerin Hillary Clinton, die sie nach den ersten gewalttätigen Protesten gegen den Film gehalten hatten. Am Ende der Fernsehspots sei das Siegel der US-Botschaft in Islamabad zu sehen, um den offiziellen Charakter zu unterstreichen.
Gegen 100 Millionen erreichen
Ziel der Aktion sei es, das grösstmögliche Publikum in Pakistan mit den Botschaften zu erreichen. So hätten die ausstrahlenden Fernsehstationen bis zu 90 Millionen Zuschauer. In anderen Ländern laufe der Spot allerdings nicht, sagte die Sprecherin.
Der islamfeindliche Schmähfilm hat auch in Pakistan Proteste ausgelöst. In der Hauptstadt Islamabad lieferten sich am Donnerstag Tausende aufgebrachte Muslime Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Die Demonstranten versuchten unter anderem, das Gelände der US-Botschaft zu stürmen.
Botschaft vorsorglich geschlossen
In Erwartung neuer Proteste in der islamischen Welt haben die USA ihre diplomatischen Vertretungen in Indonesien am Freitag geschlossen. Auch die amerikanische Vertretung beim Verband der Südostasiatischen Länder blieb zu.
Vor der Botschaft in Jakarta wurden Wasserwerfer aufgestellt, Stacheldraht wurde ausgerollt. Auf ihrer Website warnte die US-Vertretung, dass sich die Proteste jetzt stärker auch gegen amerikanische Geschäfte richten könnten. Vor allem Schnellrestaurants könnten ins Visier der Protestierenden geraten.
Schauspielerin fürchtet um ihr Leben
Ein Gericht in Kalifornien hat derweil den Antrag einer Schauspielerin auf eine Sperrung des Mohammed-Schmähvideos auf YouTube abgelehnt. Die Klägerin habe mit ihrem Antrag kaum Aussicht auf Erfolg, zitierte die «Los Angeles Times» am Donnerstag aus dem Urteil von Richter Luis Lanvin.
Klägerin Cindy Lee Garcia, die in dem Film «Unschuld der Muslime» mitspielt, wollte mit einer einstweiligen Verfügung die sofortige Entfernung des umstrittenen Mohammed-Videos von der Internet-Plattform erwirken.
Die Darstellerin hatte am Mittwoch zugleich den mutmasslichen Produzenten des Streifens verklagt. Garcia behauptet, sie sei hereingelegt worden und habe wegen des Filmes Todesdrohungen erhalten.
Zufügung seelischer Schmerzen
In der Klage vor einem Gericht in Los Angeles beschuldigt Garcia den mutmasslichen Macher des Schmähvideos, den radikalen koptischen Christen Nakoula Basseley Nakoula, des Betrugs. Die Schauspielerin klagt weiterhin wegen Verleumdung und Zufügung von seelischen Schmerzen.
(agenturen/engf; meru)






