Krise im Euro-Land
Troika unterbricht Verhandlung mit Athen
Die Experten der Troika haben ihre Verhandlungen mit der griechischen Regierung unterbrochen. Während die Troika-Vertreter nur von einer «kurzen Pause» sprechen und das griechische Finanzministerium mit einer Einigung gerechnet hatte, prognostiziert die UBS bereits den Euro-Ausstieg der Hellenen.
«Es wurde bereits bedeutender Fortschritt gemacht», sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn in Brüssel. Dennoch verliessen die Vertreter der Troika Athen aus nicht genannten Gründen.
Die Sprecherin der zuständigen Kommission beschwichtigt: Die Troika-Experten von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) würden nur «eine kurze Pause» machen und voraussichtlich in einer Woche wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren.
Kein Grund zur Dramatisierung
Um keine Hysterie zu verursachen, betonte Rehn's Sprecher, dass der Unterbruch «nicht bedeutet, dass es Probleme gibt.» Zudem warnte er vor einer Dramatisierung der Ereignisse.
Ein positives Zeugnis der Troika über die Spar- und Reformbemühungen Athens sind Voraussetzung dafür, dass Griechenland die nächsten 30 Mrd. Euro an Notkrediten erhält. Ohne diese weiterer Tranche könnte etwa ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro drohen. Gemäss UBS-Chefökonom Daniel Kalt ein mehr als wahrscheinliches Thema. (mehr)
Egal wie die Verhandlungen verlaufen werden, EU-Diplomaten zufolge wird der Bericht erst nach der US-Wahl am 6. November vorgelegt. Die EU wolle jeden Schock für die Weltwirtschaft vor der Entscheidung über eine Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama vermeiden.
Weiterer Schuldenschnitt möglich?
Während die Verhandlungen ins Stocken zu geraten scheinen, sprechen Experten von der Möglichkeit eines weiteren Schuldenschnitts. Commerzbank-Chef Martin Blessing rechnet mit einem neuen Schuldenschnitt, an dem sich alle Gläubiger – auch die öffentlichen – beteiligen müssten.
Der IWF drängt schon seit längerem auf einen Schuldenschnitt der öffentlichen Geldgeber, auf die etwa zwei Drittel der Gesamtschulden von 330 Mrd. Euro entfallen.
Kein weiteres Geld vom IWF
Der Internationale Währungsfonds (IWF) will sich nicht an zusätzlichen Kosten für die Griechenland-Rettung beteiligen. «Jede zusätzliche Finanzierung wird ausschliesslich aus Europa kommen», sagte IWF-Vertreter Thanos Catsambas in einem Interview mit der griechischen Zeitung «Kathimerini».
Der IWF habe seine Möglichkeiten erschöpft, sich an weiteren Krediten zu beteiligen, die über das im Frühjahr vereinbarte Hilfsprogramm von IWF und Eurozone in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro hinausgehen.
(sda/muep;horm)



