Wirtschaft
Exporte heben im August um 12 Prozent ab
Überraschende Dynamik im Schweizer Aussenhandel: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Exporte im August um 12 Prozent gestiegen. Dazu beigetragen hat die Ausfuhr von Bijouterie und Schmuckwaren, die um fast 80 Prozent nach oben schnellte. Die Importe wuchsen inflationsbereinigt um 2,4 Prozent.
Die umsatzgrösste Branche, die chemisch-pharmazeutische Industrie, stützte das das Exportwachstum mit einem kräftigen Plus von 19 Prozent namhaft, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mitteilte.
Dabei zogen allerdings die Exportpreise markant an. Die Handelsbilanz weist einen Überschuss von 1,7 Mrd. Fr. aus. Im Juli hatte der Aussenhandel noch stagniert.
Als einzige Branche musste die Papier- und grafische Industrie einen Exportrückgang hinnehmen. Ihre Ausfuhren sanken im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,3 Prozent und seit Anfang Jahr um 16,5 Prozent.
Auch MEM-Industrie exportiert mehr
Von den anderen Branchen verzeichneten neben der chemisch- pharmazeutischen zwei Weitere ein zweistelliges Wachstum. Die Ausfuhren von Präzisionsinstrumenten wuchsen ebenso wie jene von Uhren um 13 Prozent. Die Exporte der Textilindustrie wuchsen um 5 Prozent, die der anderen Branchen um 2 bis 3 Prozent.
Erstmals seit 13 Monaten exportierten die Maschinen-, Elektronikindustrie mit Plus 2,5 und die Metallindustrie mit einem Zuwachs von 2,2 Prozent wieder mehr.
Swissmem-Direktor Peter Dietrich betont allerdings: «Das ist nur eine Momentaufnahme. Wir haben im August vor einem Jahr schlechte Werte verzeichnet. Jetzt gibt es eine leichte Steigerung.» Langfristig zeige sich, dass die Aufträge seit fünf Monate zurückgehen. Dies bedeute, dass auch die Umsätze in der nächsten Zeit sinken werden. Diese Steigerung im August sei lediglich ein statistischer Effekt.
Mit Ausnahme der Energieträger wiesen bei den Importen alle Gruppen ein Nachfrageplus auf. Am deutlichsten stieg die Einfuhr mit 8 Prozent bei den Konsumgütern. Vor allem wurde das durch ein Importplus um ein Viertel bei den Arzneiwaren verursacht. Die Einfuhr von Autos war dagegen erstmals seit 14 Monaten rückläufig. Die Einfuhr von Bijouterie- und Juwelierwaren sank ebenfalls um einen Zehntel.
(sda/schj/horm;weis)






