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Schweiz

Starker Franken senkt die Preise

Donnerstag, 20. September 2012, 11:41 Uhr, Aktualisiert 16:31 Uhr

Bei Importprodukten hat der Schweizer Detailhandel die Wechselkursvorteile aufgrund des starken Frankens an die Konsumenten weitergegeben. Allerdings nicht überall und teilweise verzögert. Dies stellte der Preisüberwacher fest.

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Allerdings bleibt die Schweiz eine Hochpreisinsel, schreibt Preisüberwacher Stefan Meierhans in seinem Bericht «Frankenstärke und Preise». Durch die Frankenstärke verschärfte sich diese Problematik sogar noch.

Zwar reagierten die Preise von importierten Güter auf den starken Franken. Sie wurden aber häufig lediglich auf ein gegenüber dem Ausland schon überhöhtes Niveau gesenkt. Zudem schnitten die Preise von lokal Produziertem wie namentlich Lebensmitteln und vor Ort erbrachten Dienstleistungen rein wechselkursbedingt schlechter ab.

Autohändler zu Euro-Rabatten gezwungen

Alles in allem sind die Preise der importierten Güter im einstelligen Prozentbereich gefallen, wobei es grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten gibt. Gemäss Meierhans sind die Preise zum Teil um bis zu 40 Prozent gefallen. «Senkungen von 20 Prozent gab es bei Velos und Autos», sagt Meierhans.

Trotz der Preissenkungen habe sich der Anteil der direkt importierten Fahrzeuge im vergangenen Jahr aber verdoppelt. Jedes zehnte Fahrzeug wird inzwischen direkt im Ausland gekauft und nicht beim offiziellen Händler. Das hat die Händler gezwungen zu reagieren, indem sie flächendeckend Euro-Rabatte gewährt haben.

Immer noch doppelt so teure Produkte

Während sich bei den Preisen in einigen Bereichen viel bewegt habe, seien andere Produkte weiterhin zu teuer. «Zeitschriften und Zeitschriften sind negative Beispiele. Ich habe diese Woche in Hamburg mit deutschen Verlegern über die Preissituation in der Schweiz gesprochen. Es geht darum, den Druck weiter aufrecht zu erhalten», sagt Meierhans.

Den Druck aufrechterhalten will auch Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz: «Einige Bereiche haben gut reagiert wie die Autobranche. Doch in anderen Bereichen besteht noch Handlungsbedarf. Preisaufschläge von 50 oder sogar 150 Prozent bei Importprodukten sind an der Tagesordnung», sagt Stalder und fordert: «Das muss korrigiert werden.»

Preissenkung bei Coop und Migros

Die Untersuchung des Preisüberwachers zeigt, dass die Händler und Firmen die Preise unterschiedlich schnell gesenkt haben. Beispielsweise haben Nestlé und der Konkurrent Unilever die Preise importierter Güter im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent gesenkt. Im laufenden Jahr hat es allerdings keine weiteren Preisnachläse mehr gegeben.

Beiersdorf mit der Marke Nivea hingegen senkt auch in diesem Jahr die Preise nochmals um 10 Prozent. Auch die Grossverteiler Coop und Migros sind günstiger geworden. Sie reagieren damit auch auf die zunehmenden Einkäufe der Schweizer im Ausland.

(sda/muei,prus;horm)