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Schweiz

Neues Dokument: Kann Mörgeli morgen gar nicht entlassen werden?

Mario Poletti, «10vor10»
Donnerstag, 20. September 2012, 12:50 Uhr, Aktualisiert 13:23 Uhr

Dem Schweizer Fernsehen liegt die Mitarbeiterbeurteilung von Christoph Mörgeli vor. Darin gewährt Mörgelis Vorgesetzter, Professor Flurin Condrau, seinem Mitarbeiter eine letzte Frist. Die läuft aber laut dem Dokument nicht morgen Freitag ab, sondern beginnt erst morgen Freitag zu laufen. Regierungsrätin Aeppli gerät unter Druck.

Umstrittenes Arbeitsverhältnis (10vor10, 20.09.2012)

Wörtlich ist in der von Condrau und Mörgeli am 10.2.2012 unterzeichneten Vereinbarung zu lesen: «Am 21.9.2012 wird eine zweite Mitarbeiterbeurteilung durchgeführt. Sollten die anlässlich der am 10. Februar 2012 durchgeführten Mitarbeiterbeurteilung vereinbarten Ziele nicht erreicht werden, und die zweite Mitarbeiterbeurteilung wieder ungenügend ausfallen, wird mit der zweiten Mitarbeiterbeurteilung sodann eine Bewährungsfrist von sechs Monaten angesetzt. Sollte die Bewährungsfrist nicht bestanden werden, würde Herr Prof. F. Condrau bei der Personalabteilung die Kündigung des Arbeitsverhältnisses beantragen.»

Widerspruch zur Aussage Aepplis

Regierungsrätin Regine Aeppli sagte gestern zur «Rundschau»: «Diesen Freitag findet eine weitere, zweite ausserordentliche Mitarbeiterbeurteilung mit Herrn Mörgeli statt.» Am Mitarbeitergespräch mit Christoph Mörgeli werden auch Uni-Rektor Andreas Fischer, Mörgelis Chef Flurin Condrau und ein Mitarbeiter des Personalbüros dabei sein. 

Kritik war Mörgeli schon früher bekannt

Am Mittwoch hatte Regierungsrätin Aeppli richtig gestellt, dass Christoph Mörgeli bereits im November 2011 mit der Kritik an seiner Arbeit konfrontiert worden sei. 

Mörgeli hatte zuvor behauptet, die Kritik an seiner Arbeit sei ihm neu. Und sein Anwalt hatte nachgedoppelt: «Mörgeli muss alles aus der Presse erfahren.» 

Dabei betonte Aeppli, dass die Beurteilung am zweiten ausserordentlichen Mitarbeitergespräch entscheidend sei. Auf die Frage der Rundschau: «Was passiert wenn die Personalbeurteilung negativ ist?», sagte Aeppli: «Dann wird die Kündigung ausgesprochen und Christoph Mörgeli der Lohn weitere sechs Monate gezahlt.»

SVP des Kantons Zürich fordert Rücktritt Aepplis

Der Fall wird nun vollends auf die politische Ebene gezerrt. Alfred Heer, Präsident der SVP des Kantons Zürich, sagt gegenüber «10vor10»: «Das muss Konsequenzen haben. Frau Regierungsrätin Aeppli muss zurücktreten.» Regierungsrätin Aeppli ist zur Zeit für eine Stellungnahme nicht erreichbar.