US-Wahlkampf 2012
Obama kritisiert Romney für respektlose Äusserungen
Die abschätzigen Bemerkungen des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney sind eine dankbare Vorlage für Barack Obama. Der Amtsinhaber kritisierte seinen Herausforderer in einem TV-Interview scharf.
Romney schreibe einen grossen Teil des Landes ab, sagte Obama in der «Late Show» des Fernsehsenders CBS. «Als Präsident habe ich gelernt, dass man das ganze Land repräsentiert», sagte Obama. Er selbst habe bereits in seiner ersten Rede nach seinem Wahlsieg 2008 klar gemacht, dass er sein Amt als Dienst an allen Amerikanern verstehe.
«Ich habe noch in der Wahlnacht gesagt: Auch wenn ihr mich nicht gewählt habt, höre ich eure Stimmen und ich werde so hart wie es geht daran arbeiten, euer Präsident zu sein», sagte Obama unter dem Applaus des Studiopublikums.
Obama-Wähler als Opfer bezeichnet
Der Multimillionär Romney hatte während einer exklusiven Wahlkampfveranstaltung über die Anhänger von Obama erklärt, sie sähen sich als Opfer und setzten nur darauf, dass der Staat sie unterstützen müsse. Der Auftritt während einer Spendengala im Mai war heimlich mitgeschnitten und am Montag veröffentlicht worden.
Die Patzer und Pannen von Mitt Romney
Eigentlich will sich der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney als Staatsmann profilieren. Versprecher und Taktlosigkeiten brachten ihn jedoch in so manche peinliche Situation.
«Es sind 47 Prozent, die zu ihm (Obama) halten, die abhängig sind von der Regierung, die sich als Opfer sehen und die glauben, dass die Regierung sich um sie kümmern muss», sagt Romney in dem mit versteckter Kamera gedrehten Mitschnitt abfällig. «Es ist nicht mein Job, mir um diese Leute Sorgen zu machen», fügte er mit Blick auf die Anhänger Obamas hinzu.
Präsidenten-Sohn an Veröffentlichung beteiligt
An einer anderen Stelle in dem Film, den das linksgerichtete US-Magazin «Mother Jones» auf seine Website stellte, behauptet Romney: «47 Prozent der Amerikaner zahlen keine Steuern.»
«Publikation des Videos war wohl geplant»
Der jüngste Fauxpas von Mitt Romney wurde bereits im Mai aufgezeichnet. Schlagzeilen macht der Clip aber erst jetzt, wenige Wochen vor der Wahl. Für den Kommunikationsspezialisten Mark Balsiger ist das keine Überraschung.
Nach einem Bericht des TV-Senders NBC war der Enkel des demokratischen Ex-Präsidenten Jimmy Carter an der Veröffentlichung beteiligt. Er habe einen Ausschnitt davon auf der Videoplattform YouTube gesehen und den Urheber kontaktiert, sagte James Carter IV. Dann habe er als Mittelsmann zwischen dem Videobesitzer und einem Journalisten des Magazins fungiert.
(sda/dpa/buet)







