International
Amnesty wirft Syrien wahllose Angriffe auf Zivilisten vor
Amnesty International hat der syrischen Regierung vorgeworfen, wahllos Wohnviertel anzugreifen. Die Angriffe richteten sich nicht gegen oppositionelle Kämpfer oder militärische Ziele, sondern seien ausschliesslich ein Mittel zur Bestrafung von rebellenfreundlichen Zivilisten.
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Anstatt mit Infanterie gegen Stellungen der Rebellen vorzugehen, würden die Regierungstruppen verstärkt auf Artillerie- und Mörserbeschuss von Dörfern und Städten setzen, erklärte die Menschenrechtsorganisation Amnesty. Bei diesen ungezielten Angriffen leide vor allem die Zivilbevölkerung.
Schwere Waffen dürften niemals in Wohngebieten eingesetzt werden, sagte die Amnesty-Krisenbeauftragte Donatella Rovera, die kürzlich in Syrien war.
Rebellen fühlen sich im Stich gelassen
Im jüngsten Syrien-Bericht zeichnet die UNO ein düsteres Bild von dem bürgerkriegsgeplagten Land: mehr Tote, mehr Flüchtlinge und mehr Gewalt auf beiden Seiten. Kurt Pelda berichtet aus Aleppo, wo sich die Lage seit seiner letzten Berichterstattung vor knapp zwei Wochen erheblich verschlechtert habe. Lesen Sie mehr dazu hier.
In den vergangenen Wochen konzentrierten sich die Kämpfe auf die Wirtschaftsmetropole Aleppo im Norden des Landes. Laut Amnesty wurden auch in anderen Teilen von Nord- und Zentralsyrien Hunderte Zivilisten getötet oder verletzt wurden, darunter zahlreiche Kinder.
Die Angaben beruhten auf Erkenntnissen von Rovera, die vom 31. August bis zum 11. September 26 Städte und Dörfer im Norden Syriens besucht hatte. Seit Beginn des Aufstands gegen das Regime von Präsident Baschar Assad Mitte März 2011 wurden nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 27'000 Menschen getötet.
Neben Gefechten an der türkisch-syrischen Grenze wurde auch in Damaskus gekämpft. Die syrischen Regierungstruppen vertrieben die Aufständischen aus einigen Vierteln der Hauptstadt. Das meldeten Oppositionelle und die staatlichen Medien übereinstimmend. Im Stadtteil Dschobar wurden laut Opposition 20 Leichen von Männern gefunden, die öffentlich hingerichtet worden waren.
Indessen hat der syrische Staatschef Baschar al-Assad den iranischen Aussenminister Ali Akbar Salehi in Damaskus empfangen. Zuvor habe Salehi seinen syrischen Kollegen Walid Muallem getroffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Glückskette sammelt für syrische Flüchtlinge
Die humanitäre Situation in Syrien verschärft sich weiter. Mehrere tausend Menschen flüchten täglich. Die Glückskette ruft deshalb zu Spenden auf.
Spenden auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk «Syrien»
Am 13. November findet ein Nationaler Sammeltag für Syrien statt.
Bei seiner Ankunft erklärte Salehi, er wolle mit der Führung über die derzeitige Krise im Land beraten. Diese könne nur «im Inneren der syrischen Familie» beigelegt werden, «unter Beteiligung und Koordinierung aller internationalen und regionalen Einrichtungen».
Die iranisch-syrischen Beziehungen seien «sehr stark», fügte Salehi hinzu. Er hatte bei einem Treffen der regionalen Kontaktgruppe zur Vermittlung im Syrien-Konflikt am Montag vorgeschlagen, diese solle Beobachter nach Syrien entsenden. Zu der Gruppe gehören Ägypten, Saudi-Arabien, der Iran und die Türkei.
(sda/mihm;frua;hurg)






