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Schweiz

Schneider-Ammann zu Ladenöffnungszeiten: «Ein nationales Bedürfnis»

Oliver Washington, Radio DRS
Dienstag, 18. September 2012, 11:31 Uhr

Werktags abends bis 20.00 Uhr einkaufen. An Samstagen bis 19.00 Uhr. Dies soll nach dem Ständerat bald in der ganzen Schweiz gelten. Der Bundesrat ist damit einverstanden. Aber ist das auch ein Wunsch der Konsumenten? Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann nimmt bei Schweizer Radio DRS Stellung.

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Schneider-Ammann: «Viele Kantone haben schon Ladenöffnungszeiten in der jetzt diskutierten Grössenordnung» keystone

Herr Bundesrat Schneider-Ammann: Besteht bei den Konsumenten überhaupt ein Bedürfnis für längere Ladenöffnungszeiten?

Ganz genau kann man das nicht beschreiben. Aber was wir wissen ist, dass für bis zu 8 Milliarden Schweizer Franken im grenznahen Gebiet eingekauft wird. Unter anderem auch, weil im grenznahen Umfeld die Ladenöffnungszeiten eben viel grosszügiger sind. Grenznahe Schweizerinnen und Schweizer nutzen dies, und gehen auch in den Abendstunden dort einkaufen.

Dann könnte man doch einfach die Tessiner und die Genfer unterstützen. Warum braucht es eine nationale Lösung?

Es braucht einen gewissen Standard. Wenn der Bund diesen Standard legen will, dann eben in der Absicht nicht nur den Tessinern entgegen zu kommen. In der Schweiz leben rund 70 Prozent im grenznahen Gebiet. Es ist also nicht ein Tessiner Problem. Es ist ein schweizweites Anliegen, das gelöst werden soll.

Es wird ja auch argumentiert, dass man dem Detailhandel helfen solle wegen dem starken Franken. Und dann verlängert man die Ladenöffnungszeiten. Benutzt man hier nicht das Argument des starken Frankens, um ein anderes Ziel zu erreichen?

Nein, das benutzt man nicht. Es ist ein Anliegen, das zeitlos ist und der heutigen gesellschaftlichen Entwicklung folgt. Der starke Schweizer Franken mit seinen Konsequenzen, nämlich Shopping jenseits der Grenze hat jetzt die Diskussion ins Rollen gebracht.

Aber das ist dann ein Nachteil für die Kassiererin, die dann länger arbeiten muss.

Ja, es wird die eine oder andere Verkäuferin geben, die etwas länger arbeiten muss. Aber es sind nicht ganze Heerscharen, die dann plötzlich wesentlich länger müssten. Es geht im wesentlichen im Durchschnitt etwa um eine Stunde, vielleicht anderthalb Stunden. Viele Kantone haben schon Ladenöffnungszeiten in der jetzt diskutierten Grössenordnung.