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International

Südafrika: Streik beendet – bis zu 22 % mehr Lohn

Dienstag, 18. September 2012, 21:00 Uhr, Aktualisiert 19.09.2012, 9:37 Uhr

In den Minen Südafrikas wird ab Donnerstag Morgen wieder gearbeitet. Die Streikführer und die Minen-Betreiberin haben sich nach 5 Wochen Streik geeinigt und in der Nacht ein Abkommen unterzeichnet. Ab dem 1. Oktober erhalten die Mineure mehr Lohn.

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Konkret wurde für die Arbeiter in Marikana je nach Aufgabenbereich 11 bis 22% mehr Lohn augehandelt. Verlangt hatten sie bis zu dreimal mehr.

Doch auch wenn sie dieses Ziel nicht erreicht haben, spricht die Journalistin Dagmar Wittek in Südafrika in «HeuteMorgen» von einem klaren Sieg: «Der Südafrikanische Kirchenrat – einer der Hauptverhandlungspartner während des Streiks – sagte, auf den Gesichtern der Arbeiter sei ein breites Lachen und eindeutig riesige Freude zu sehen gewesen.» Bis zu 22 Prozent mehr Lohn sei doch schon auch eine deutliche Gehaltserhöhung.

Tausende wollen bessere Bedingungen

Die Einigung und das Resultat des 5wöchigen und blutigen Streiks mit 45 Toten hat wohl auch für die anderen Bergbauunternehmen des Landes eine Bedeutung. 700 Minen gibt es in Südafrika, darin arbeiten 500‘000 Menschen.

Die Nervosität bei den Arbeitgebern sei tatsächlich gross, so Wittek. Es habe auch bereits wilde Streiks in anderen Minen gegeben. Insofern habe die nächtliche Einigung klar Signalwirkung. «Es ist zu vermuten, dass in Südafrika weitere Mineure streiken werden, um eben auch zu einer solchen Lohnerhöhung zu kommen.»

Entspannen werde sich die Lage nur teilweise. Generell müsse in den Minen Südafrikas viel getan werden. «Die sozialen Bedingungen und die Löhne müssen verbessert und angehoben werden.» Es sei zu erwarten, dass nach einer ersten Entspannung weitere Streiks ausbrechen werden.  

Gewerkschaftsvertreter Joseph Mathunjwa: «So sehr wir es bedauern Menschen während des Streiks verloren zu haben, so sehr bin ich überzeugt, dass alle eine Lehre daraus gezogen haben. Für alle Beteiligten muss klar sein, wie künftig gehandelt werden soll.

Dies deutete denn auch ein Gewerkschaftsvertreter nach der Einigung an: «Mit dieser Unterschrift wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen. Für die Arbeiterklasse in Südafrika muss noch viel getan werden.»

Blutigster Polizei-Einsatz seit 1994

Der Streik hatte am 10. August begonnen und sich auf andere Platin- und Goldminen des Landes ausgeweitet. Am 16. August schoss die Polizei auf streikende Arbeiter, dabei wurden 34 Menschen getötet. Es war der blutigste Polizei-Einsatz in Südafrika seit dem Ende des Apartheid-Regimes 1994.

Insgesamt wurden während der Massenstreiks insgesamt 45 Menschen getötet. Am Wochenende ging die südafrikanische Polizei auf Anordnung der Regierung erneut gewaltsam gegen die streikenden Mineure vor.

(sf/sda/rufi/schubeca;)