International
SF-Korrespondent in China: «Die Lage ist sicher sehr heikel»
Der japanisch-chinesische Streit um eine rohstoffreiche Inselgruppe im Ostchinesischen Meer tobt weiter. Die Stimmung ist auf beiden Seiten aufgeheizt. Doch was nützt dies den beiden für einander wichtigen Handelspartnern?
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Geht es um das japanisch-chinesische Verhältnis gehen die Emotionen auf beiden Seiten jeweils schnell hoch. Der schon fast traditionelle Hass zwischen Chinesen und Japanern ist auf die japanischen Kriegsgreuel im Zweiten Weltkrieg zurückzuführen – das ist in China nicht in Vergessenheit geraten. Trotzdem gibt es aber auch viele, die mit Kopfschütteln zugucken.
Für SF-Korrespondent Pascal Nufer in Shanghai ist klar: «Beide Seiten profitieren von der angeheizten Stimmung, obschon er auch eine Gratwanderung ist.» Beide Seiten würde die Situation für innenpolitische Spiele nutzen, erklärt er «SF Online» am Telefon. «In Japan stehen Wahlen an, dort profitiert vor allem die Opposition von der aktuellen Lage und in China nutzen die Nationalisten die Gunst der Stunde.»
Enormes Polizeiaufgebot in den Städten
Die chinesische Regierung schaut den Grossdemonstrationen nicht nur zu, Experten meinen, dass sie sogar auf den Konflikt hingearbeitet habe. «Dass in China so grosse Demonstrationen möglich sind zeigt, dass die Regierung nicht unglücklich darüber ist.» Sie seien eine willkommene Ablenkung von parteiinternen Skandalen und Streitereien vor dem anstehenden Führungswechsel im Oktober.
«Die Lage ist aber sehr heikel», so Nufer. China könne wohl nicht mehr lange zuschauen, die Proteste könnten auch kippen. «Es wurden bei Demonstrationen bereits auch Banner aufgehängt, die mehr Demokratie fordern.»
Das Sicherheitsdispositiv in den Städten sei derzeit extrem hoch, erzählt Nufer. Auf den Strassen gebe es derzeit fast so viele Polizisten wie Zivilisten. Nufer ist überzeugt, dass den Demonstrationen noch etwas zugeschaut und dann eingeschritten werde.
China hat viel zu verlieren
Auch ein von China angedrohter Handelskrieg mit Japan wäre für beide Seiten ein Spiel mit dem Feuer. Asien-Korrespondent Urs Morf sagte bei Radio DRS: «Sollte es zu diesem Handelskrieg kommen, wird es sicherlich sehr unangenehm. Kommt hinzu, dass Japan eines der weniger Länder ist, das mehr nach China exportiert, als von China importiert.» Die chinesische Volkswirtschaft würde bei einem Handelskrieg leiden.
(sf/schubeca; frua)







