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Neue Anti-Japan-Proteste in chinesischen Städten

Dienstag, 18. September 2012, 10:14 Uhr, Aktualisiert 20:41 Uhr

Zehntausende haben an anti-japanischen Demonstrationen in zahlreichen chinesischen Städten teilgenommen. Ein Grossaufgebot von Polizei und paramilitärischen Kräften sicherte die meist gut organisierten Protestzüge. Derweil versucht US-Verteidigungsminister Leon Panetta die Wogen zu glätten.

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Heute vor 81 Jahren startete Japan seine Invasion im Nordosten Chinas. (Tagesschau, 18.09.2012, 19.30 Uhr)

Neuerliche Demonstrationen gab es in Peking sowie im ganzen Land verteilt in Städten wie Guangzhou, Changsha, Chongqing, Wenzhou, Harbin und Shenyang. Die Demonstranten protestierten wie bereits am Wochenende gegen den Kauf von Inseln im Ostchinesischen Meer durch die japanische Regierung. Die Proteste verliefen weitgehend friedlich.

SF-Korrespondent: «Lage ist sehr heikel»

Der japanisch-chinesische Streit um eine rohstoffreiche Inselgruppe im Ostchinesischen Meer tobt weiter. Die Stimmung ist auf beiden Seiten aufgeheizt. SF-Korrespondent Pascal Nufer in Shanghai erklärt, wer vom Streit profitiert. Lesen Sie hier mehr.

Wegen der neuen Protestwelle forderte Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda seine Botschaft in Peking sowie japanische Generalkonsulate in anderen Städten des Landes zu erhöhter Wachsamkeit auf. Die chinesischen Behörden wurden aufgefordert, für die Sicherheit japanischer Staatsbürger zu sorgen.

Einschätzungen der SF-Korrespondenten Pascal Nufer und Thomas Stalder. (Tagesschau, 18.09.2012, 19.30 Uhr)

Polizeischutz für japanische Autohändler

Grosse japanische Konzerne schlossen aus Sicherheitsgründen ihre Fabriken in China. Elektronikhersteller wie Sony, Mitsubishi Electric sowie Autofabriken von Honda, Toyota, Suzuki oder Nissan schickten ihre chinesischen Arbeiter vorerst für zwei Tage nach Hause.

Nach Berichten erhielten einige Händler japanischer Automarken sogar Polizeischutz in ihren Vertretungen, nachdem es am Wochenende zu Plünderungen und Ausschreitungen gekommen war. Japanische Einzelhandelsketten liessen ihre Türen vorsichtshalber geschlossen. Auch im Sport wurden Konsequenzen gezogen. Der chinesische Badminton-Verband hat seine Spieler aus Angst um deren Sicherheit vom Japan Open abgezogen.

Bild Demonstranten werfen Flaschen. Davor Polizisten.
Scharen von Polizisten sicherten die japanische Botschaft in Peking ab. keystone

In Peking demonstrierten mehrere tausend Menschen vor der japanischen Botschaft. Der Umzug schien gut organisiert und wurde von einem Grossaufgebot von Polizei überwacht. Demonstranten riefen zum Boykott japanischer Waren auf.

Auf einigen Spruchbändern wurde sogar zum Krieg gegen Japan aufgerufen. Demonstranten warfen Plastikflaschen auf das Botschaftsgelände. Boote patrouillieren in umstrittenen Gewässern.

Anlass der neuen Massenaufmärsche ist der historisch heikle Jahrestag des Mukden-Zwischenfalls am 18. September 1931, den die kaiserlich japanische Armee damals als Vorwand für ihre Invasion in Nordostchina genommen hatte.

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Die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten unbewohnten Felseninseln sind seit Jahrzehnten zwischen beiden Ländern umstritten. In dem Seegebiet gibt es reiche Fischgründe sowie Öl- und Gasvorkommen.

Die japanische Küstenwache hat derweil elf chinesische Schiffe nahe der umstrittenen Inseln im Ostchinesischen Meer gesichtet. Überdies landeten nach Angaben der japanischen Küstenwache zwei Japaner auf einer der umstrittenen Inseln. Der Konflikt droht sich allerdings noch weiter zu verschärfen, weil sich 1000 chinesische Fischerboote auf den Weg zu den zum Zankapfel gewordenen Felseninseln machten.

Panetta beschwichtigt

Die USA warnten vor einer Eskalation. Niemand könne ein Interesse daran haben, wenn es zu einem Konflikt komme, der Frieden und Stabilität in der Region untergrabe, warnte US-Verteidigungsminister Leon Panetta nach Gesprächen in Peking.
 
Sein chinesischer Kollege Liang Guanglie beteuerte, die Inseln gehörten China. «Wir behalten uns das Recht auf weitere Schritte vor, hoffen aber, dass diese Frage auf friedlichem Wege und durch Verhandlungen angemessen gelöst wird.»

(sda/horm/hesa; rufi)