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Schweiz

Entführung der Arctic Sea – Schweiz leistet Rechtshilfe

Montag, 17. September 2012, 13:28 Uhr

Die Schweiz darf Finnland Rechtshilfe zum Strafverfahren um die Entführung des Frachters Arctic Sea leisten. Das Bundesstrafgericht hat die Beschwerde einer Firma gegen die von der Bundesanwaltschaft (BA) bewilligte Übermittlung von Bankunterlagen abgewiesen.

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Der Holzfrachter war im Juli 2009 vor der schwedischen Küste von Piraten gekapert worden. Danach galt die «Arctic Sea» auf ihrem Weg nach Nordafrika drei Wochen lang als verschollen. Mitte August 2009 befreiten russische Marineeinheiten die 15-köpfige Besatzung vor den Kapverden aus der Gewalt von acht Piraten und nahm diese fest.

Diebstahl von Geschäftsunterlagen

Die finnischen Behörden führen im Zusammenhang mit dem mysteriösen Geschehen ein Strafverfahren wegen schwerer Entführung und Erpressung. Für diese Untersuchung wurde die Schweiz Ende 2009 um die rechtshilfeweise Übermittlung von Bankunterlagen ersucht, die das Konto einer Firma bei einer Genfer Bank betreffen.

Nachdem die BA die Rechtshilfe bewilligt hatte, erhob das betroffene Unternehmen Beschwerde. Das Bundesstrafgericht hat diese nun abgewiesen. Gemäss Urteil vermuten die finnischen Behörden die Drahtzieher der Entführung «im Bereich des Tätigkeitsgebiets der geschädigten Gesellschaft und der mit ihr kooperierenden Firmen.»

Dazu würde in erster Linie die Beschwerdeführerin gehören. Hintergrund soll dabei der Diebstahl von möglicherweise
kompromittierenden Unterlagen zu den Geschäftsbeziehung zwischen den beiden Unternehmen sein. Laut den Richtern in Bellinzona scheint diese Hypothese zumindest nachvollziehbar.

Wilde Gerüchte

Die Rechtshilfe sei auch verhältnismässig, da nicht auszuschliessen sei, dass die Kontenunterlagen für das finnische Strafverfahren relevant sein könnten. Über die Hintergründe der ominösen Entführung des auf Malta registrierten Frachters hatten sich in der Vergangenheit wilde Gerüchte gerankt.

Unter anderem hatten Medien berichtet, dass auf der «Arctic Sea» Raketen für den Iran geschmuggelt werden sollten und der israelische Geheimdienst Mossad den Transport um jeden Preis habe verhindern wollen. Später kamen dann Schulden des betroffenen Reeders in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro ins Spiel.

(sda/hesa;mihm)