Schweiz
90 Seelsorger gehorchen eher Gott als dem Papst
Über 90 katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger pochen auf Reformen: Sie machen in ihrer «Pfarrei-Initiative» darauf aufmerksam, dass die «gelebte Praxis» in den Pfarreien längst nicht mehr dem entspricht, was die Kirchenleitung vorschreibt.
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Alle Getauften – auch Christinnen und Christen anderer Konfessionen, Geschiedene, die wieder geheiratet haben und Homosexuelle – nehmen an der Eucharistiefeier teil, theologisch gebildete Laien predigen, segnen Kranke und versöhnen: Dies sei in ihren Pfarreien selbstverständlich.
Der offiziellen Politik der Kirche entspricht dies aber nicht. Die Gemeindeleiter, Pastoralassistenten, Diakone und Priester, die die «Pfarrei-Initiative Schweiz» unterschrieben hätten, nähmen aber in Kauf, dass man ihnen «Ungehorsamkeit» vorwerfe.
Biblische Maxime
Die Initianten begründen ihren «Ungehorsam» mit der biblischen Maxime, dass Frau und Mann Gott mehr gehorchen müssten als den Menschen. Sie würden deshalb jene Reformen umsetzen, die dem biblischen Auftrag entsprechen würden, auch wenn die Kirchenleitung diese konziliaren Erneuerungen verweigere.
(sda/mihm;hesa)



