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China droht Japan mit Handelskrieg
Im Konflikt mit Japan setzt China alles auf eine Karte: Es bringt Sanktionen ins Spiel. Japanische Unternehmen in China bekommen den Zorn bereits zu spüren. Eine Eskalation droht durch eine chinesische Fischerflotte, die auf dem Weg in das umstrittene Seegebiet ist.
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Erstmals drohte China seinem wichtigen Handelspartner mit wirtschaftlichen Sanktionen, falls Tokio nicht einlenkt. Neue Zwischenfälle werden mit einer Flotte Hunderter chinesischer Fischerboote befürchtet, die zum Beginn der neuen Fangsaison in das umstrittene Seegebiet um die – chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten – Inseln aufgebrochen sind.
Chinas Küstenwache will die Fischer beschützen, während auch japanische Küstenschiffe an den Fanggründen patrouillieren. In dem Seegebiet gibt es nicht nur reiche Fischbestände, sondern auch grosse Rohstoffvorkommen.
Proteste am Dienstag erwartet
Der alte Territorialstreit war neu aufgeflammt, weil Japans Regierung drei der Inseln von einer Familie gekauft und verstaatlicht hatte. Die Regierung in Tokio wollte verhindern, dass sie von japanischen Nationalisten erworben werden. Doch löste der Kauf in China heftige Empörung aus.
Neue Proteste könnten sich am Dienstag entzünden, wenn an die japanische Invasion in Nordostchina nach dem Mukden-Zwischenfall vom 14. September 1931 erinnert wird.
USA rüsten in Japan auf
Japan und die USA haben planen, einen zweiten Radarschirm auf japanischem Territorium zu errichten. Nach einem Treffen in Tokio sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta, Ziel sei es, auf eine Bedrohung durch ballistische Raketen aus Nordkorea reagieren zu können.
Japans Aussenminister Koichiro Gemba sagte, beide Länder seien sich einig, dass auch im Falle der Inseln der japanisch-amerikanische Sicherheitspakt greife.
Panetta sagte, er gehe davon aus, dass der Streit um die Inseln friedlich gelöst werde. Gute Beziehungen zwischen Japan und China lägen «im Interesse aller». Allerdings warnte er am Samstag, der Streit um die Inseln könnte zu Gewalt und letztlich sogar einem Krieg führen.
Auch vor einem Handelskrieg schreckt Peking nach eigenen Angaben nicht zurück. Das kommunistische Parteiorgan «Volkszeitung» drohte offen mit Wirtschaftssanktionen. Wichtige Bereiche wie Produktion, Finanzen, Exporte nach China, Importe «strategisch wichtiger Materialien» oder japanisch investierte Unternehmen in China könnten Zielscheibe der Strafmassnahmen werden, warnte das Blatt.
Ein Handelskrieg werde beide Länder treffen. Aber China sei willens und in der Lage, die Konsequenzen zu tragen, die für Japan «katastrophaler» wären, hiess es. Es wurde darauf verwiesen, dass China der grösste japanische Handelspartner sei und in den Krisen 2008 und 2011 stark von der wachsenden Kooperation profitiert habe. «Würde Japan lieber noch einmal zehn Jahre verlieren - oder wäre es sogar bereit, um 20 Jahre zurückzufallen?», fragte der Kommentator.
Japanische Firmen unter Druck
Die Spannungen bringen japanische Unternehmen in China bereits in Schwierigkeiten. Der Elektronikhersteller Canon schickte seine Arbeiter in drei Werken in Zhuhai, Zhongshan und Suzhou zunächst für zwei Tage heim, während Panasonic ähnlich zwei Fabriken in Qingdao und Zhuhai schloss, wie Staatsmedien und Mitarbeiter berichteten.
«Einige Arbeiter haben gestreikt, vor allem wegen der Diaoyu-Inseln», sagte eine Angestellte der dpa über den Unmut in der Belegschaft. Auch der Autokonzern Honda schloss seine fünf Werke in China für zwei Tage.
Nach den Plünderungen bei den Protesten am Wochenende mahnte die Polizei zur Zurückhaltung. Die Demonstranten sollten sich «vernünftig» verhalten und ihren Patriotismus auf friedliche Weise zeigen, hiess es in Appellen in mehreren Städten. Angriffe auf Japaner oder japanisches Eigentum müssten vermieden werden.
Bei den Ausschreitungen waren in Dutzenden Städten japanische Geschäfte geplündert, Schaufenster eingeschlagen und Autos demoliert worden. «Gewalt kann nicht toleriert werden, nur weil die Proteste auf Japan zielen», schrieb die englischsprachige Tageszeitung «Global Times.» Elf Randalierer wurden bei den grössten anti-japanischen Protesten seit Jahren festgenommen.
(sda/dapd/afp/engf; koua)



