International
Razzien wegen Alkohol-Pantsch-Skandal in Tschechien
Angesichts immer weiterer Todesfälle in Tschechien durch gepanschten Alkohol hat die Regierung den Verkauf von Spirituosen verboten und landesweite Razzien angeordnet. Die Zahl der Todesopfer stieg mittlerweile auf 20.
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Über das Wochenende kontrollierten Beamte mehr als 19'000 Kneipen, Restaurants und Geschäfte, wie Polizeichef Tomas Hulan sagte. An 14 Verkaufsstellen seien grössere Mengen verdächtigen Alkohols beschlagnahmt worden. Insgesamt 13 Verdächtige wurden festgenommen.
Gepantschter Wodka oder Rum
Der Verdacht, organisierte Banden könnten hinter dem gepanschten Alkohol stecken, bestätigte sich hingegen bisher aber nicht, wie der Vizechef der Polizei, Vaclav Kucera, der Tageszeitung «Lidove Noviny» sagte: «Wir haben bislang keine Beweise, dass die Produktion breiter organisiert ist.»
Landesweit starben bisher 20 Menschen an mit giftigem Methanol vermischten Schnaps, mehr als 40 weitere wurden in Spitäler eingeliefert. Mehrere Opfer erblindeten, andere mussten ins künstliche Koma versetzt werden.
Nach Behördenangaben hatten die meisten Opfer der Vergiftungswelle hochprozentigen Alkohol wie Wodka oder einheimischen Rum in Restaurants oder Geschäften gekauft. Die meisten Fälle gab es im Nordosten des Landes.
Verkaufsstopp auch in Polen
Auch Polen hat den Verkauf hochprozentigen Alkohols aus Tschechien im Gross- und Einzelhandel verboten. Zudem wurde die Einfuhr von Spirituosen aus dem Nachbarland gestoppt. Nur Wein und Bier durfte zunächst weiter angeboten werden. Die Tschechen trinken weltweit nicht nur das meiste Bier pro Kopf. Sie liegen laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auch insgesamt beim Alkoholkonsum pro Kopf nach dem südosteuropäischen Moldau auf Platz zwei.
Am Freitagabend verbot das tschechische Gesundheitsministerium den Verkauf von Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 20 Prozent bis auf Weiteres. Laden- und Restaurantbesitzern, die gegen das Verkaufsverbot verstossen, drohen Geldbussen von bis zu umgerechnet 123'000 Euro. Das Verbot könne «mehrere Wochen» in Kraft bleiben, sagte Gesundheitsminister Leos Heger.
(sda/dpa/hues; buet)



