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International

Atomkraft-Aussteiger in Europa

Freitag, 14. September 2012, 16:03 Uhr

Eineinhalb Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima hat Japan den Ausstieg aus der Atomkraft angekündigt. In Europa planen mehrere Länder ebenfalls eine Abkehr von der Kernkraft – andere haben sie nie genutzt.

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ÖSTERREICH hat den Verzicht auf Atomkraft in der Verfassung verankert. Das einzige Kernkraftwerk des Landes in Zwentendorf ging nach einer Volksabstimmung 1978 nie in Betrieb. Mit der Atomwende in Deutschland fühlte sich der Nachbar voll bestätigt und forderte einen EU- oder gar weltweiten Ausstieg aus der Nuklearenergie.

Die SCHWEIZ produziert noch 40 Prozent ihres Stroms in fünf AKW, will aber langfristig aus der Atomkraft aussteigen. Nach Laufzeiten von 50 Jahren soll 2019 der erste Meiler vom Netz gehen, 2034 der letzte.

ITALIEN hat seit Jahrzehnten keine Atomkraftwerke. Nach der Katastrophe von Tschernobyl entschieden sich die Bürger 1987 in einem Referendum für den Ausstieg. Vor drei Jahren kündigte Regierungschef Silvio Berlusconi an, wieder in die Kernkraft investieren zu wollen, legte sein Vorhaben nach dem Gau von Fukushima aber auf Eis. Zuletzt sprachen sich rund 94,5 Prozent der Italiener in einem weiteren Referendum gegen neue Meiler aus.

In LITAUEN entscheiden im Oktober die Bürger über den Bau eines neuen Atomkraftwerks. Der geplante Reaktor mit 1300 Megawatt soll bis 2022 ans Netz gehen. Im Mai war eine klare Mehrheit der Bevölkerung laut einer Meinungsumfrage gegen das Projekt.

In SPANIEN verfolgt die Regierung seit Jahren die Linie eines schrittweisen Atomausstiegs. Es sollen keinen neuen AKW gebaut und die bestehenden nach 40 Jahren Betriebszeit abgeschaltet werden.

DÄNEMARK hatte 1985 endgültig entschieden, keine eigenen Atomkraftwerke zu bauen. Allerdings gibt es Streit um ein Endlager für Nuklearabfall aus drei kleinen, stillgelegten Versuchsreaktoren.

BELGIEN: Atomkraft ist mit 54 Prozent die Hauptquelle für Strom. 2003 wurde beschlossen, 2015 mit dem Ausstieg zu beginnen. Bis 2025 sollen alle Reaktoren vom Netz sein. Weil ein Reaktorblock kürzlich wegen möglicher Risse im Reaktorbehälter abgeschaltet wurde, ist allerdings offen, ob der Stufenplan geändert werden muss.

(dpa/hesa;blur)