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Vermischtes

Costa Concordia: Pannen und Irrtümer

Donnerstag, 13. September 2012, 15:52 Uhr

Ein Bericht zum Unglück der Costa Concodia zeigt ein verheerendes Bild an Bord des Kreuzfahrtschiffes. Eine Summe von Mängeln, Irrtümern und Verständigungsschwierigkeiten haben zum Unfall vor der Insel Giglio geführt.

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So habe der indonesische Steuermann zweimal die Anweisungen des Kapitäns Francesco Schettino über die auszuführenden Manöver nicht verstanden. Das berichtete die römische Zeitung «La Repubblica» unter Berufung auf einen 270 Seiten starken Gutachter-Bericht, der noch nicht offiziell worden ist.
 
Dass der Schiffbruch vor der toskanischen Insel Giglio so folgenschwer sein konnte, werde dem Bericht zufolge auch auf verletzte Sicherheitsnormen und eine ungenügend vorbereitete Crew zurückgeführt. «Das hätte die Reederei Costa verhindern können und müssen», schreibt «La Repubblica».

Kapitän Schettino nicht einziger Schuldiger

Der in der Unglücksnacht des 13. Januar diensthabende «Costa»-Manager Roberto Ferrarini, der über Funk in Kontakt mit der «Costa Concordia» war, «scheint nicht wirklich die Hand am Puls der Gegebenheiten des Schiffes zu haben», heisse es in dem Gutachten weiter.

«Wir sind auf eine Untiefe geprallt, das Schiff hat sich geneigt, ich mache aber gerade ein gutes Manöver, ... alles unter Kontrolle.»
Kapitän Schettino. Gesprächsausschnitt der Black Box.

 
Auch sei der Strom-Hilfsgenerator an Bord nicht eingesetzt worden. Das Gutachten verweise es in den Bereich der Fabel, dass es allein um den schwer beschuldigten Kapitän gehe.
 
Die Reederei dagegen hat wiederholt den Kapitän allein für die Havarie verantwortlich gemacht, weil er für die Routenplanung zuständig sei und das Schiff eigenmächtig zu nahe an die Insel herangefahren habe. Sie wies auch in einer Mitteilung alle Vorwürfe als gegenstandslos zurück. Das Gutachten müsse offen diskutiert werden.
 
Was sich aus der Analyse der Black Box ergeben habe, soll am 15. Oktober beim zweiten Beweissicherungstermin offiziell mitgeteilt werden. Dem Kapitän werden unter anderem Havarie und Verlassen des Schiffes noch während der Evakuierung zur Last gelegt.
 
Das Schiff hatte einen Felsen gerammt und war dann mit 4200 Passagieren und Crew-Mitgliedern an Bord gekentert. 32 Menschen kamen dabei ums Leben. Gegen mehrere Offiziere und Vertreter der Reederei, darunter Ferrarini, wird ermittelt. Der 290-Meter-Koloss wird gegenwärtig darauf vorbereitet, bis 2013 abgeschleppt zu werden.

(dpa/blur; buet)