US-Wahlkampf 2012
Obama: «Romney schiesst zuerst und zielt später»
Die tödliche Attacke auf die US-Vertretung im libyschen Benghasi wird zum Thema im US-Wahlkampf: In einem Fernsehinterview reagiert Präsident Barack Obama scharf auf Kritik seines Herausforderers Mitt Romney. Dieser wird sogar von Parteikollegen im Regen stehen gelassen.
Obama warf seinem republikanischen Widersacher Romney im Fernsehsender CBS mit Blick auf dessen Kritik vor, dass er zuerst schiesse und erst dann ziele. «Offenbar war sich Gouverneur Romney über die Fakten nicht im Klaren», doppelte der Präsident nach.
Statement zu umstrittenem Video
Anlass für die verbale Breitseite waren Äusserungen Romneys nach der Gewalt gegen US-Botschaften in Libyen und Ägypten. «Die Regierung liegt falsch, wenn sie mit den Angreifern in Ägypten sympathisiert, anstatt sie zu verurteilen», hatte Romney Dienstagabend amerikanischer Zeit mit Bezug auf eine Äusserung der US-Botschaft in Ägypten gesagt.
Die dortige Vertretung der USA hatte versucht, mit einer Verlautbarung auf ihrer Website die Wogen um das umstrittene Mohammed-Video zu glätten. «Die US-Botschaft in Kairo verurteilt das Bemühen von fehlgeleiteten Einzelpersonen, die religiösen Gefühle von Muslimen zu verletzen», war da zu lesen.
Romney indessen hatte in seiner Kritik unterschlagen, dass das Statement der Botschaft schon vor den Ausschreitungen in der Nacht auf Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Äusserung Romneys stiess indes nicht nur bei Demokraten auf Ablehnung. Auch Angehörige der Republikaner kritisierten den Präsidentschaftskandidaten dafür, dass er aus den Ereignissen politisches Kapital zu schlagen versuche.
(ap/sf/buet; fref)



