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Weisses Haus dementiert Abfuhr für Netanjahu
Israelische Medien hatten schon von einem neuen Tiefpunkt berichtet: US-Präsident Obama wird den israelischen Premier Netanjahu bei dessen USA-Besuch nicht treffen. In der Folge beschwichtigte das Weisse Haus und Obama telefonierte mit Netanjahu.
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Nach Spekulationen über eine deutliche Verhärtung im amerikanisch-israelischen Verhältnis hat US-Präsident Barack Obama eine Stunde lang mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu telefoniert.
Vorausgegangen waren Berichte aus Israel, nach denen sich Netanjahu Ende September am Rande der UNO-Generalversammlung mit Obama treffen wollte, das Weisse Haus aber mit Hinweis auf Terminprobleme abgelehnt habe.
Meinungsverschiedenheit in Atomstreit
Dies wiederum hatte Mutmassungen ausgelöst, dass ein jüngster Schlagabtausch über rote Linien im Atomstreit mit dem Iran Obama verprellt und zur diplomatischen Ohrfeige für Netanjahu veranlasst habe.
Das Weisse Haus teilte nun nach dem Telefonat zwischen Obama und Netanjahu mit, es habe entgegen Medienberichten weder ein Ersuchen um ein Treffen mit dem US-Präsidenten gegeben noch sei ein Ersuchen jemals abgelehnt worden. Zugleich hiess es, das Telefonat sei im Rahmen andauernder Konsultationen erfolgt.
Die beiden Spitzenpolitiker hätten über die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm, die enge amerikanisch-israelische
Zusammenarbeit in dieser Frage und über andere sicherheitspolitische Themen gesprochen.
Enge Konsultationen
Obama und Netanjahu hätten bekräftigt, dass sie sich einig in ihrer Entschlossenheit seien, einen iranischen Atomwaffenbesitz zu verhindern. Sie stimmten darin überein, ihre engen Konsultationen fortzusetzen.
Bereits zuvor hatte ein Sprecher des Weissen Hauses, Thomas Vietor, erklärt, dass Obama am 24. September, einem Montag, in New York eintreffe und am Dienstag wieder abreisen werde. Netanjahu komme aber erst später in der Woche nach New York. «Sie sind schlicht nicht zur selben Zeit in der Stadt», so der Sprecher.
Aber beide Politiker hätten häufig Kontakt miteinander, und Netanjahu werde sich während seines Besuches mit anderen hohen Regierungsbeamten treffen, darunter Aussenministerin Hillary Clinton.
Empörung Netanjahus
Clinton hatte kürzlich Forderungen nach einer roten Linie abgelehnt und «Verhandlungen als den weitaus besten Ansatz»
bezeichnet, den Iran von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten.
Darauf reagierte Netanjahu mit Empörung. «Jene in der internationalen Gemeinschaft, die sich weigern, dem Iran rote Linien zu ziehen, haben kein moralisches Recht, Israel rotes Licht (für einen Angriff auf den Iran) zu zeigen», sagte er.
(sda/koua;gern)



