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Karachi: Feuersbrunst in Textilfabrik fordert über 250 Tote
In der südpakistanischen Wirtschaftsmetropole Karachi hat ein Grossfeuer in einer Textilfabrik zu einem Drama geführt. Wegen völlig mangelhafter Sicherheitsstandards gelang es vielen Arbeitern – darunter auch Kindern – nicht, das brennende Gebäude zu verlassen.
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Die Zahl der Toten des Grossbrandes in Pakistan ist nach offiziellen Angaben auf mindestens 250 gestiegen. Das teilte der stellvertretende Polizeichef der Wirtschaftsmetropole Karachi mit. Vor allem in den Kellerräumen des dreistöckigen Fabrikgebäudes hätten Rettungskräfte weitere Leichen gefunden.
Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass sich rund 450 Menschen bei Ausbruch des Feuers am Dienstagabend in der Fabrik aufgehalten haben. Nach Polizeiangaben konnten sich rund 100 selbst in Sicherheit bringen.
Brand noch nicht vollständig gelöscht
Das pakistanische Fernsehen zeigte Videoaufnahmen von dem fünfstöckigen Gebäude in Karachi, aus dem die Flammen schlugen. Der Chef der Feuerwehr erklärte, die meisten Todesopfer seien erstickt.
Die meisten Arbeiter starben nach Angaben von Krankenhausärzten an Rauchvergiftungen. Einige Leichen seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt gewesen. Die Polizei befürchtet, dass die Zahl der Toten weiter steigt, da Rettungskräfte noch nicht in alle Teile der zerstörten Fabrik vordringen konnten.
Ein Arzt berichtete, mindestens 65 Arbeiter hätten Knochenbrüche erlitten, als sie auf der Flucht vor den Flammen aus den Fenstern sprangen. Verzweifelte Angehörige gerieten mit der Polizei aneinander, als sie versuchten, in die Fabrik zu gelangen. Am Mittwoch quoll noch immer Rauch aus dem Gebäude.
Grossbrand in einer Schuhfabrik
Ein weiterer Brand in einer Schuhfabrik in der Stadt Lahore forderte mindestens 25 Opfer. Auch hier waren die Sicherheitsvorkehrungen äusserst mangelhaft. Laut Polizei brach das Feuer aus, als nach einem Stromausfall in der Fabrik versucht wurde, den Generator einzuschalten. Funken kamen mit Chemikalien in Kontakt und setzten sie in Brand.
Ministerpräsident ist «schockiert»
Den Rettungskräften zufolge konnte der Brand nach mehreren Stunden unter Kontrolle gebracht und die im Inneren des Gebäudes festsitzenden Menschen befreit werden.
Der pakistanische Ministerpräsident Raja Pervaiz Ashraf äusserte sich «schockiert» über die Brände. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und forderte eine bestmögliche Versorgung der Verletzten.
Zustände immer wieder angeprangert
Die Polizei durchkämmt derweil das Stadtgebiet auf der Suche nach den Fabrikbesitzern. Diese dürften aus Angst vor Racheakten untergetaucht sein.
In regelmässigen Abständen sind die Sicherheitsstandards in den Industriebetrieben des als Atommacht geltenden Landes Gegenstand hitziger politischer Debatten.
(sda/from/blur;mery)



