Schweiz
Wallis: Künftig wird Energie von «Adonis» fliessen
Die grösste Windkraftanlage der Schweiz ist in Charrat im Unterwallis eingeweiht worden. Damit wird das Dorf mit seinen rund 1500 Einwohnern etwa zur Hälfte mit Windenergie versorgt. Weitere Windkraftewerke sind geplant.
Das Windkraftwerk Adonis wurde bereits Ende Juli in Betrieb genommen. Es misst 150 Meter bis zum oberen Ende der Schaufelblätter und produziert Energie ab Windgeschwindigkeiten zwischen zehn und 100 Kilometern pro Stunde (km/h). Bei über 45 km/h erreicht die Anlage die volle Betriebsleistung.
Diese neue Infrastruktur sei im Hinblick auf die Eigenstromversorgung ein wichtiger Schritt für die Gemeinden und Projektpartner, die sich unter dem Namen Valeole zusammengeschlossen hätten, heisst es. Es sind noch weitere Windkraftanlagen in der näheren Umgebung der Adonis geplant.
Mehr Windkraftanlagen folgen
Im Walliser Rhonetal sind bereits zwei grosse Windkraftanlagen gebaut worden: eine in Collonges-Dorénaz und die andere in Martigny. Adonis ist die erste von insgesamt sechs Windkraftanlagen, welche die sechs Gemeinden Charrat, Martigny, Fully, Saxon, Riddes und Saillon planen. Laut Rhôneeole wird Adonis die grösste und produktivste Windkraftanlage der Schweiz sein.
Es wird mit einer Stromerzeugung von 6,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr gerechnet, was einer Steigerung der Stromproduktion um zwei Drittel gegenüber der derzeit in der Walliser Talebene vorhandenen zwei Turbinen entspricht.
Baselbiet will Dialog führen
Auch Baselland liebäugelt mit der Windenergie: Bis zu einem Viertel des Strombedarfs im Baselbiet könnte laut einer Studie durch Windenergie abgedeckt werden – im besten Fall. Die Studie listet 15 mögliche Standorte für Windparks in 35 Gemeinden auf. Erzeugt werden könnten so theoretisch 500 Gigawattstunden Strom, was 25 Prozent des Strombedarfs entspräche.
Das Energiegesetz des Kantons gibt vor, dass bis 2030 total 40 Prozent des Wärme- und Stromverbrauchs im Kanton aus erneuerbaren Quellen stammen sollen. Heute machen alle erneuerbare Energien – samt Wasserkraft – 25 Prozent des Stromverbrauchs aus.
(sda/galc;blur)



