Schweiz
Varone bleibt im Wallis
Die gerichtliche Anhörung in der Türkei im Fall Varone findet ohne den angeschuldigten Walliser Polizeikommandanten statt. Die Anwesenheit Varones in der «Steinschmuggel-Affäre» sei nicht nötigt, liess sein türkischer Anwalt verlauten.
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Christian Varone sei nicht offiziell vorgeladen, sagte sein Schweizer Anwalt, Philippe Loretan. Die erste gerichtliche Anhörung am 25. September markiere den Beginn der Untersuchung wegen versuchten Diebstahls von Kulturgütern.
Der türkische Anwalt habe Varone mitgeteilt, dass seine Präsenz bei der ersten Anhörung nicht nötig sei. Wie lange die Untersuchung dauern würde, wisse er nicht, sagte Loretan weiter.
Ein «simples Souvenir»
Varone war wegen der so genannten «Stein-Affäre» Ende Juli in die Schlagzeilen geraten. Auf der Rückreise aus seinen Türkei-Ferien wurde er am 27. Juli festgenommen, weil bei ihm ein Stein im Gepäck entdeckt worden war, der laut den türkischen Behörden aus einer archäologischen Stätte bei Antalya stammt.
Varone wird des versuchten Diebstahls von Kulturgütern verdächtigt. Nachdem er fünf Tage in türkischer Untersuchungshaft gesessen hatte, konnte er in die Schweiz zurückreisen. Dies ohne jegliche Auflagen und ohne Kaution, wie Varone stets betonte.
Ausserdem unterstrich Varone mehrmals, dass er nicht die Absicht gehabt habe, ein archäologisches Relikt zu entwenden. Vielmehr habe er den Stein als «simples Souvenir» aufgelesen. Er werde sich einem türkischen Gericht stellen, falls dies verlangt werde, hielt Varone bei seiner Freilassung weiter fest.
Politische Ambitionen nicht begraben
Der drohende Prozess hielt den Walliser Polizeikommandanten nicht davon ab, seine politischen Ambitionen weiter zu verfolgen und nächstes Jahr für den Walliser Regierungsrat zu kandidieren.
Am vergangenen Donnerstagabend wurde Varone als offizieller Kandidat von den Delegierten der FDP Wallis nominiert. Er soll den zurücktretenden Regierungsrat Claude Roch ersetzen.
Eine Zusicherung, dass er im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung durch die Türkei seine Kandidatur zurückziehen werde, wollte Varone nicht geben. Allerdings versicherte er, dass er sich seiner Verantwortung bewusst sei und eine Entscheidung im höheren Interesse der Partei treffen werde, wenn das Urteil vorliege.
(sda/blur; from)







