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Schweiz

Ban Ki Moon: «Schweiz ist ein Eckpfeiler der Demokratie»

Dienstag, 11. September 2012, 9:20 Uhr, Aktualisiert 14:00 Uhr

Zum 10-jährigen Jubiläum des Schweizer UNO-Beitritts hat Generalsekretär Ban Ki Moon zur Vereinigten Bundesversammlung gesprochen. In seiner Rede gratulierte er der Schweiz zu ihrer Mitgliedschaft in der UNO und lobte die Verdienste des Landes in der Staatengemeinschaft.

Ban Ki Moon begrüsst das Parlament in allen Landessprachen (Tagesschau, 11.09.12, 12:45)

Zu Beginn seiner Rede begrüsste Ban Ki Moon die Anwesenden in den vier Landessprachen. Der UNO-Generalsekretär bedankte sich, dass ihm die Ehre zuteil werde, mit der Schweiz ihre 10jährige Zugehörigkeit zur UNO zu feiern. Er lobte die Rolle der Schweiz in den Vereinten Nationen, etwa die tragende Rolle bei der Schaffung des Menschenrechtsrats.

Die Rede Ban Ki Moons

«Die Schweiz ist eng verknüpft mit zwei der wichtigsten Symbole des Mitgefühls überhaupt: Mit der Genfer Konvention und mit dem Roten Kreuz. Das Rote Kreuz sagt überall auf der Welt ‹Wir sind unabhängig, neutral und wir kümmern uns um die Menschen.›», fuhr Ban fort.

Der Generalsekretär lobte auch den Zusammenhalt in der Schweiz: «Die Menschen der Schweiz sprechen mehrere Sprachen, und doch seid Ihr eine Nation.» Und mit Blick auf die demokratische Tradition des Landes: «Sie sind ein Eckpfeiler der Demokratie»

«Sie haben aus der Vielfalt eine Stärke gemacht», sagte Ban darauf in Englisch. Das lateinische Sprichwort «Einer für alle, alle für einen», das die Bundeshauskuppel ziere, sei auch das Credo der Vereinten Nationen.

Aufforderungen zur Mithilfe

Ban Ki Moon hatte aber nicht nur Lob parat, er forderte die Schweiz auch zur Mithilfe bei wichtigen Zielen der UNO auf: «Helfen Sie uns sicherzustellen, dass Sparprogramme den weltweiten Kampf gegen die Armut nicht ausser Gefecht setzen», forderte der UNO-Chef die Parlamentarier auf. Und auch beim Kampf gegen die Klimaerwärmung erbat er die Mithilfe der Schweiz.

Die beiden Ratspräsidenten, Nationalratspräsident Hansjörg Walter (SVP/TG) und Ständeratspräsident Hans Altherr (FDP/AR), zeigten sich erfreut und geehrt über den hohen Besuch.

Noch nie habe ein UNO-Generalsekretär im Nationalratssaal eine Rede gehalten, würdigte Walter den Besuch. «Bei uns ist internationale Politik auch eine Angelegenheit des Parlaments – und wie es die Abstimmungen zum UNO-Beitritt zeigten – auch eine Angelegenheit des Volkes», sagte er zu Ban.

Mittagessen auf Bundesrätlichem Landsitz

Nach seinem Auftritt im Parlament trifft Ban Ki Moon die Bundesräte Eveline Widmer-Schlumpf, Didier Burkhalter und Doris Leuthard zum Mittagessen auf dem Landgut Lohn in Kehrsatz (BE). Danach gibt er in Bern eine Medienkonferenz.

Am Montag vor zehn Jahren ist die Schweiz als 190. Staat der UNO beigetreten. Als erstes Land beschloss sie den UNO-Beitritt in einer Volksabstimmung.

Die offiziellen Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag der Schweiz in der UNO fanden bereits am Montag in Genf und in New York statt. In New York gab die Schweiz einen grossen Empfang mit alt Bundesrat Joseph Deiss, der 2010/2011 ein Jahr lang die UNO-Generalversammlung präsidiert hatte; in Genf trafen sich Aussenminister Didier Burkhalter und Ban Ki Moon.

10. UNO-Jubiläum – Deiss zieht Bilanz

Die Schweiz hat am Montag ihren 10. Jahrestag in der UNO gefeiert. Am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York gab sie einen Empfang mit alt Bundesrat Joseph Deiss als Ehrengast. Im Interview mit der «Tagesschau» hat Deiss Bilanz gezogen. Lesen Sie hier mehr.

(sf/sda/buet;weis)